Unser Wahlprogramm für Eilige


Grundsätze

Für uns bedeutet eine liberale Grundhaltung, für unsere Hochschule einzutreten, sei es durch ehrenamtliches Engagement in studentischen Initiativen, Fachschaften oder im AStA. Unser oberster Grundsatz ist dabei, ein Miteinander aller Beteiligten zu erreichen. Nur gemeinsam mit anderen Organen unserer Universität lassen sich ehrgeizige Ziele realisieren. Es kann daher nicht Ziel sein, immer nur zu fordern. Wir – die Studierenden als die zukünftigen Leistungsträger – müssen selbstkritisch und mit Eigenengagement als Beispiel für diese Gesellschaft vorangehen.

Wir sind bereit, uns in angemessener Weise finanziell an unserem Studium zu beteiligen. Allerdings nur, wenn dies auf sozial ausgewogene Weise passiert, ohne das eine soziale Selektion stattfindet. Zudem muss eine direkte Beteiligung der Studierenden an der Studienfinanzierung auch zu einer direkten Verbesserung der Studienbedingungen führen. Das Geld darf auf keinen Fall zur Finanzierung anderer Staatsausgaben verwendet werden.

Das Konzept der FernUni fördert das individuelle Studium begleitend zur jeweiligen Lebensgestaltung des Einzelnen. Es ist notwendig, diesen Vorteil der FernUni im Wettbewerb gegen die anderen Hochschulen gezielt herauszuarbeiten. Neben den Kosten des Studiums werden die Qualität der individuellen Betreuung und des Studienmaterials in Zukunft die wichtigsten Faktoren sein, wenn es um die Zukunftsfähigkeit der FernUni geht. Die FernUni hat die Chance, sich hier klar als Dienstleitungsbetrieb zu positionieren und gemeinsam mit ihren 'Kunden', den Studierenden, gestaltend und konstruktiv zu arbeiten. Dazu müssen auch innerhalb der FernUni vorhandene Mittel effizient eingesetzt werden und Möglichkeiten zur sinnvollen Kosteneinsparung realisiert werden.

Thema: Hochschulfreiheitsgesetz

Die Lehre an den deutschen Unis ist bekanntlich nicht die beste. Das System "Ministeriums-bevormundeter Hochschulbetrieb" gibt den Professoren keinerlei Anreize, die Qualität ihrer Lehre zu verbessern. Der nun erfolgte teilweise Rückzug des Ministeriums aus den Entscheidungen der Hochschule und die Abkehr von der Gießkannenförderung sind Schritte in die richtige Richtung.

Aber gleichzeitig verliert die Studierendenschaft durch das HFG einen entscheidenden Einfluss auf die Mitgestaltung der Hochschulpolitik vor Ort. Dem neuen höchsten Hochschulgremium, dem Hochschulrat, müssen - im Gegensatz zum Senat - keine studentischen Vertreter mehr angehören. Der Senat wird zu einem Beratungsgremium herabgestuft, der erweiterte Senat wird gar ersatzlos gestrichen. Waren die Studierenden in den bisherigen Gremien bereits unterrepräsentiert, so werden sie durch die Einführung des Hochschulrates, eines geheim tagenden und nicht allgemein gewählten Gremiums, von der konstruktiven Mitarbeit de facto ausgeschlossen.

Damit verfügt der Hochschulrat aus Sicht der LHG nicht mehr über die notwenige demokratische Legitimation!

Thema: Studiengebühren

Nachdem das Rektorat beschlossen hat, zumindest bis zum Sommersemester 2009 keine Studienbeiträge zu erheben, ist das Thema Studiengebühren aktuell nicht mehr so brennend. Aber Vorsicht: Wenn nicht rechtzeitig die Weichen in die richtige Richtung gestellt werden, kann es sehr leicht passieren, dass dann ab 2009 auch in Hagen die Studienbeiträge eingeführt werden! Unser Ziel ist es, das zu verhindern!

Die LHG tritt dafür ein dass

Prinzipiell sind wir aber dafür, dass jeder, der als Studierender Leistungen einer Universität in Anspruch nimmt, auch etwas dafür bezahlt. Ein Gratisstudium für alle - das ist leider eine Illusion und zwar aus zwei Gründen:

  1. Was nichts kostet, ist auch nichts wert! Eine Universität kann nur dann effizient arbeiten, wenn es auch für die Studierenden einen Anreiz gibt, ihr Studium zügig abzuschließen und keine von der Universität zur Verfügung gestellten Resourcen zu verschwenden. Das kann nur darüber geschehen, dass die Studierenden in angemessener und zumutbarer Weise an den Kosten beteiligt werden, die sie verursachen. Denn jede Strategie, die darauf baut, ein Wirtschaftsgut, dessen Produktion Kosten verursacht, gratis an die Verbraucher abzugeben, führt generell zu seiner Verschwendung - egal, ob das Wirtschaftsgut nun Trinkwasser, Heizöl oder Hochschulzugang heißt.
  2. Die Schaffung eines Hochschulmarktes, auf dem die Universitäten als Anbieter und die Studierenden als Nachfrager auftreten, zwingt die Universitäten dazu, sich an den wirklichen Bedürfnissen ihrer Kunden, den Studierenden, zu orientieren. Das bisherige System "Ministeriums-bevormundeter Hochschulbetrieb" gibt den Universitäten hingegen keinerlei Anreize, die Qualität ihrer Lehre zu verbessern.

Thema: Studienzentren

Auch wenn es hart klingt: Wir sind dafür, Studienzentren, die mangels studentischer Nachfrage nachweislich ineffizient arbeiten, zu schließen!

Ein Studienzentrum weiter offen zu halten, das nur von wenigen Studierenden genutzt wird, so dass die dort Beschäftigten untätig herumsitzen oder überwiegend mit der Selbstverwaltung beschäftigt sind, bedeutet nämlich eine Verschwendung von Mitteln, die anderswo besser hätten genutzt werden können! Es macht zum Beispiel keinen Sinn, Lehrkräfte in den Studienzentren zu bezahlen, wenn ab der dritten Übungsstunde keine Studierenden mehr kommen. Studienzentren, die effektiv arbeiten, deren Angebot also von ausreichend vielen Studierenden angenommen wird, sind davon natürlich nicht betroffen.

Die Forderung, alle Studienzentren offen zu halten, wie sie von den anderen hochschulpolitischen Gruppen erhoben wird, halten wir für unsinnig! Chancengleichheit wird nämlich nicht dadurch geschaffen, dass für jedes Studienzentrum eine Bestandsgarantie gegeben wird, sondern dadurch, dass auch Studierende, die nicht in der Nähe eines Studienzentrum wohnen oder keine Zeit haben, hinzufahren, eine gute Betreuung erhalten!

Wir sind auch generell gegen eine Quersubventionierung der Studienzentren aus Mitteln der Studierendenschaft. Wenn das ursprüngliche Problem darin besteht, dass einige Studienzentren von den Studierenden nicht in ausreichendem Mass angenommen werden, nutzt es nichts, an den Symptomen herumzudoktern, sondern man muss die Ursache angehen! Durch die Quersubventionierung schafft der AStA sogar noch einen Anreiz für die Hochschule, ihrerseits Mittel zu kürzen und erreicht damit das genaue Gegenteil dessen, was er eigentlich erreichen möchte!

Thema: Evaluation

Der studentische Evaluationsausschuss tagt seit über einem Jahr. Leider sind die bisherigen Ergebnisse eher wertlos! Und das liegt nicht etwa an fehlendem Engagement der Mitglieder, sondern an einer falschen Vorgehensweise!

In Zukunft werden es die Studierenden sein, die im Konkurrenzkampf der Hochschulen "mit den Füßen abstimmen" und sich dort einschreiben, wo das Angebot am besten ist. Für die Universitäten wird es somit überlebenswichtig, ihr Angebot auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Studierenden auszurichten. Auch das Rektorat der Fernuniversität hat erkannt, dass vor allem die Qualität der Lehre und der Betreuung dabei ausschlaggebend sind! Als Konsequenz wurde das Referat Evaluation im Zentrum für Fernstudienentwicklung reorganisiert und direkt dem Rektor unterstellt.

Eine perfekte Gelegenheit für die AStA-Vertreter, sich bei der Verwaltung als kompetente Ansprechpartner zu positionieren und konstruktiv beim hochschuleigenen Evaluationsprojekt mitzuarbeiten! Leider wurde die Gelegenheit nicht genutzt! Statt dessen machte der AStA selbst einen eigenen Evaluationsausschuss auf.

Das Resultat ist nun, dass der AStA zwar in Sachen Evaluation "etwas Eigenes" hat, aber niemand sich für die gesammelten Daten interessiert. Die Beteiligung ist zu gering, weil es seitens der Lehrstühle und der Verwaltung keine nennenswerte Unterstützung gibt. Die Auswertungen sind deshalb nicht repräsentativ und somit nahezu wertlos!

Klar ist aus unserer Sicht folgendes: Es wäre nötig gewesen, mit dem Rektorat und den Lehrstühlen zusammenzuarbeiten. Eine Gegenposition zum Evaluationsprojekt der Fernuniversität aufzubauen, ist hingegen von vorne herein zu Erfolglosigkeit verdammt! Fehlte es da am Verhandlungsgeschick oder an der Kompromissbereitschaft? Das hätte man jedenfalls besser machen können!


Wir werden uns konstruktiv in die Geschäfte des SPs und der anderen Gremien einbringen und hierbei unserer Verpflichtung nachkommen, das Bestmögliche für die Studierenden herauszuholen.