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Bad Hersfeld 1447
Verfolgung
um des Glaubens willen
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Verfolgung, die im Zusammenhang mit dem religiösen Bekenntnis der Betroffenen steht, ist ein weiterer Schwerpunkt unserer Aktivitäten. Amnesty International ist auf jedem Evangelischen Kirchentag vertreten und wir tragen insofern hierzu bei, als wir Informationen für die auf den Kirchentagen präsentierte ai-Broschüre "Um des Glaubens willen verfolgt" zusammentragen. Dabei hat das Thema durchaus unterschiedliche Ausprägungen:
1. Religionsgemeinschaften in sozialistischen oder ehemals sozialistischen Ländern
Nur noch wenige Staaten sind übriggeblieben, die als sozialistische Diktaturen bezeichnet werden können.In ihnen hält meist die Verfolgung von Kirchen und deren Angehörigen an, soweit sie sich nicht der staatlichen Gleichschaltung unterworfen haben. Die Situation in China, unter der sowohl Christen als auch Muslime - seit einiger Zeit auch spirituell motivierte Bewegungen wie Falun Gong - leiden , ist sehr besorgniserregend. Noch viel schlechter scheint die Lage jedoch in Nordkorea zu sein. Von hier erreichten uns Meldungen über öffentliche Hinrichtungen von christlichen Predigern, bei denen die Delinquenten von organisierten Schmährufen des Publikums in den Tod begleitet wurden.
Auch in den Staaten, die sich aus der ehemaligen Sowjetunion herausgebildet haben, bleibt das Thema aktuell. Eine sehr restriktive Gesetzgebung verhindert z.B. in der Russischen Föderation das Entstehen neuer Religionsgemeinschaften - betroffen sind hierdurch vor allem die baptistische Kirche ,die Pfingstlergemeinden und die Zeugen Jehovas. Letztere kommen zusätzlich dadurch in Schwierigkeiten, dass sie keinen Militärdienst ableisten dürfen. Dies alleine hat oft Haftstrafen zur Folge.
2. Verfolgung von Christen sowie Moslems wegen ihres sozialen oder politischen Engagements
Viele Gläubige in aller Welt werden bedroht, verhaftet, oft gefoltert und getötet, weil sie sich aufgrund ihrer religiösen Überzeugung für die Sache der Armen und Entrechteten einsetzen und sich als Kirchenvertreter in der Öffentlichkeit deutlich gegen Korruption und Machtmissbrauch aussprechen. Erinnert sei hier an die lateinamerikanischen Geistlichen, die in den Elendsvierteln der Großstädte arbeiten und die dortigen Basisgemeinden unterstützen, die sich für Straßenkinder engagieren und sich für benachteiligte indigene Bevölkerungsgruppen einsetzen. Auch die Muslimbrüder in Kairo haben ein ausgebautes Netz zur Unterstützung der sozial Schwachen - dies hindert den ägyptischen Staat nicht daran, sie als Fundamentalisten zu verfolgen.
3. Verfolgung um des Glaubens willen in fundamentalistischen Staaten
Immer, wenn es keine klare Trennung zwischen Kirche und Staat gibt, sind schwere Konflikte vorprogrammiert. In erster Linie denken wir dabei an die Unterdrückung in vom islamischen Fundamentalismus geprägten Staaten - wie z.B. an Pakistan, wo Christen leicht in Konflikt mit dem dortigen "Blasphemiegesetz" geraten oder an Saudi-Arabien, wo eine "Religionspolizei" private christliche Zusammenkünfte aufspürt. Christen sind allerdings nicht die einzigen Opfer: Erinnert sei auch an die schreckliche Unterdrückung der Bahai´i im Iran, an die Verfolgung von schiitischen Moslems im sunnitischen Saudi-Arabien und im Irak sowie an die Situation der hinduistischen Minderheit in Bangladesch. In Indien entsteht ein Fundamentalismus hinduistischer Prägung, der den geistigen Nährboden für einige schlimme Übergriffe auf Christen und Moslems lieferte.
4. Verfolgung in Bürgerkriegen
Der politische Konflikt zwischen miteinander verfeindeten Volksgruppen und ökonomische Interessen stehen in Bürgerkriegen im Vordergrund. Der ethnische Aspekt hängt jedoch auch häufig mit der jeweils dominierenden Religionszugehörigkeit zusammen. Bestes Beispiel hierfür sind die Kriege im ehemaligen Jugoslawien, an denen sich die christlich-orthodoxen Serben, die überwiegend katholischen Kroaten und die muslimischen Bosniaken und Kosovaren beteiligten.
Wen das Thema interessiert, ist herzlich eingeladen, sich näher zu informieren
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