Bitte beachten: diese Seiten beschreiben mein von 1999-2006 absolviertes Studium an der FernUniversität in Hagen. Ich lasse sie nur aus historischen Gründen bestehen. Da sich vieles in und vor allem nach meiner Zeit als Bachelor-Student geändert hat, sollten unbedingt aktuellere Quellen zu Information herangezogen werden.

B.Sc. (Informatik)

ein paar Notizen für Studenten mit wenig Zeit - Hochschullehrer sollten wegsehen. Danke :-)

Zu meiner Situation: ich arbeite in einem Rechenzentrum als Systemverwalter, habe aber außer einer zweijährigen, zu DDR-Zeiten nach der 10. Klasse durchgeführten, Lehre keinen Abschluß. Da die Aufgaben in meinem Beruf immer umfangreicher werden und stetiges Neulernen erfordern, will ich meine Kenntnisse fundamentieren.

Aber: ich arbeite Vollzeit und habe zwei kleine Kinder, mit denen ich auch Zeit verbringen will, und Hobbies; oder anders ausgedrückt: ich leide unter akutem Zeitmangel. Deswegen kommt als Studienform nur Teilzeit in Frage, und - um die Gesamtstudienzeit zu überschaubar zu halten - ein Bachelorstudium.

Den Gedanken an ein gründlich durchgeführtes Studium mußte ich recht schnell aufgeben, dafür reicht einfach meine Zeit nicht, so daß ich klausuroptimiert lernen muß. Sprich: Durchkommen zählt für mich mitunter mehr als das vollständige Verstehen aller Inhalte. Dem folgend habe ich meine Scheine meist mit Noten um 3,0 gemacht. Auf Prüfungen habe ich mich natürlich intensiver vorbereitet, dort ist mein Schnitt deutlich besser.

Allgemeine Hinweise: ich kann nur das wiederholen, was häufig zu hören ist: man sollte alles an Studientagen, Tutorien, Lerngruppen und Newsgruppen mitmachen, was einem möglich ist.
Meine Beurteilungen zu Klausuren, Kursen und EA gelten natürlich nur für den Zeitraum, als ich diese bearbeitete. Den Kurs 1601 zum Beispiel würde ich heute zum Beispiel anders bewerten (eine schöne und intuitive Zusammenfassung), aber aus Authentizitätsgründen lasse ich dort die Meinung eines Zweitsemestlers vom SS 2000 stehen. Beurteilungen, die sehr von meiner heutigen Ansicht abweichen, habe ich warnend gekennzeichnet.
Aus Platzgründen habe ich ein paar allgemeine Gedanken und die häufig beantworteten Fragen ausgelagert.

Abkürzungen: KE = Kurseinheit, EA = Einsendeaufgaben

1151 1152 1584 1594 1601 1613 1618 1655 1663 1671 1678 1696 1697 1698 1707 1708 1793 1801 1802 1895 1896 1914 4901 4751 4752 4756 4763 4765 4767 5009 Bachelorarbeit

Kurse:

1151 (Achtung: veraltete Bemerkungen eines Zweitsemestlers!)
Mathe für Informatiker I (Bachelor) hat einen mittleren Schwierigkeitsgrad. Der Kurs besteht aus 5 KE, wovon die erste und die letzte am einfachsten sind. Es ist sehr wichtig, die Übungsaufgaben zu lösen, da hier die handwerklichen Fähigkeiten für die Klausur geschult werden. Die Klausur war bei mir wenig überraschend, man kann die alten Klausuren und die vom Kurs 1181 als Vorbereitung nehmen. Man kann leicht Punkte sammeln, indem man die Definitionen auswendig lernt, die auch früher schon abgefragt wurden. Die Herangehensweise an das Thema "Lineare Algebra" ist allerdings ziemlich kompliziert gewählt. Ich empfehle, sich stattdessen ein Buch über Lineare Algebra zu besorgen, in dem das Feld nicht über die Richtung "Körper", sondern von Matrizen ausgehend, aufgerollt wird. Das erleichtert das Verständnis der Aufgaben enorm! Wer einen Spicker in die Klausur mitnehmen will (wovon ich aufs schärfste abrate!), kann sich dort die Definitionen und die Herangehensweise an die Basisberechnung notieren.
Nachtrag vom SS 2004: Der Kurs besteht nur noch aus 3 KE, inhaltlich scheint sich aber nicht viel geändert zu haben.

1152 (Achtung: veraltete Bemerkungen eines Zweitsemestlers!)
Mathe für Informatiker II (Bachelor) hat einen hohen Schwierigkeitsgrad. Der Kurs besteht aus drei Teilen: Analysis, Numerik und Stochastik. Diese Teile kamen zu meiner Klausur (im SS 2000) gleich gewichtet dran, obwohl der Analysis-Teil viel umfangreicher ist als die anderen beiden. Es empfiehlt sich also, einen der beiden anderen Kurse gründlich zu lernen, da dies weniger Zeit erfordert. Mir fiel die Numerik sehr leicht, während die Stochastik einfach nicht in meinen Kopf gelangen wollte. Die Klausur habe ich trotzdem bestanden, da dazu eine fast vollständig gelöste Thematik sowie wenige Punkte aus den anderen Themen genügten. Ich habe etwa nur die Hälfte des Kurses gelesen und aufgrund einiger Analysis-Ansätze bestehen können. Wer einen Spicker in die Klausur mitnehmen will (wovon ich aufs schärfste abrate!), kann sich dort die Näherungsformeln der Numerik, die Sätze der Stochastik und Ableitungs- und Umformungsregeln der Analysis notieren.
Die Klausurbedingungen wurden geändert. Wie mir mitgeteilt wurde, wird mittlerweile (SS 2003) von allen beteiligten Teilen eine Mindestpunktanzahl verlangt.

1584
Das Grundpraktikum Programmierung ist für Programmieranfänger nur unter großem Einsatz zu schaffen. Es wird zwar mit 2+1 SWS angeboten, und auch die Voraussetzungen (Kurs 1618 oder 1616 sowie bestandene Prüfung "Praktische Informatik") sind recht niedrig, das Praktikum selbst ist aber bedeutend schwieriger und vor allem umfangreicher. Ich mußte dieses Praktikum zweimal absolvieren: beim ersten Mal konnte ich nicht alle Anforderungen erfüllen, beim zweiten Mal bin ich aber recht sicher durchgekommen. Die Aufgabe des Programmierpraktikums WS 2003/2004 verlangte gute Java-Kenntnisse in den Bereichen Swing, Sockets und Threads, sowie im Verstehen und Programmieren des Minimax-Algorithmus'.
Für die Aufgabe im SS 2004 sollte ein grafischer Editor nach gegebenen Vorraussetzungen erstellt werden, das erforderte Kenntnisse vor allem in Swing und Java2D. Die geforderten Algorithmen waren (für mich) weniger schwierig zu implementieren, dafür wurde ausdrücklich auf saubere Implementierung nach dem MVC-Modell geachtet.

Bevor man sich an dieses Praktikum wagt, sollte man sich gute Java-Kenntnisse angeeignet haben und schon ein paar kleine Swing-Programme mit Menüs, unterschiedlichen Knopftypen und sauberer Auswertung der Eingaben geschrieben haben. Da wahrscheinlich jedes der künftigen Programme auch eine grafische Oberfläche besitzen soll, werden diese Kenntnisse immer benötigt werden (Spitzfindige mögen einwenden, daß es auch andere Toolkits als Swing gibt. Sie haben Recht.)

Die (eigentlich zu) hohen zeitlichen Anforderungen an die Studenten für dieses Praktikum sind bekannt, aber ich denke nicht, daß diese sich in der nächsten Zeit ändern werden. Die Fernuni muß die Balance zwischen den antretenden Programmierern und programmierunerfahrenen Studenten wahren; ein Problem, das es an Präsenzunis nicht gibt.
Entgegen den Musterstudienplänen (im Vollzeitstudium werden neben dem Grundpraktikum Programmierung noch 5 weitere Kurse, von denen 4 mit einer Klausur abzuschließen sind, empfohlen) wurde im WS 03/04 z. B. diese Nachricht verschickt:

Wir bitten Sie daher ganz herzlich auch im Interesse Ihrer 
Mitstudenten, darueber nachzudenken, ob Sie 
 
 - ueber ausreichend Java-Kenntnisse verfuegen, um eine  
   anspruchsvolle Aufgabe in Java zu loesen   
   
 - ob Sie dieses Wintersemester wirklich viel Zeit in       
   die Bearbeitung der Aufgabe stecken koennen        
   (So sollten Sie keine Pruefungen im Wintersemester           
   haben, keine anderen Seminare oder Praktika, keine 
   besondere berufliche oder private Belastung, etc.)       
   
   Wenn Sie in einem dieser Punkte Zweifel haben, waere es 
   gut, wenn Sie sich von diesem Praktikum abmelden
   koennten.    
Aus der Newsgruppe feu.informatik.kurs.1580+82+84.diskussion (im SS 2003 gefunden):
auch wenn es Sie provoziert: Sie bearbeiten das ProPra in einem 
Universitaetsstudium und nicht an der VHS. Bitte vergessen Sie nicht, Sie
studieren Informatik und absolvieren             
keine Ausbildung zum Programmierer.
Diese Hinweise sollte man ernst nehmen.

Die Betreuung durch die Lehrstühle war bei meinen beiden Versuchen fachlich sehr kompetent, man erhielt auf Anfragen schnell eine Antwort.

1594
Das Fachpraktikum »Künstliche Intelligenz« kann nur online mit Hilfe spezieller Software bearbeitet werden. Zum Zeitpunkt, als ich es belegte (SS 2005), beinhaltete es drei Aufgabengebiete: Neuronale Netze, Semantische Netze und die Umwandlung von natürlichsprachlichen Anfragen in SQL. Die Aufgabenstellungen wurden didaktisch recht ansprechend angeboten und waren meist in vertretbarem Aufwand lösbar. Die aufgetretenen Probleme waren größtenteils technischer Natur und werden wahrscheinlich beim nächsten Einsatz des Kurses gelöst worden sein, weswegen ich auf weitere Ausführungen dazu verzichte.

1601 (Achtung: veraltete und ziemlich dämliche Bemerkungen eines Zweitsemestlers!)
die Formalen Grundlagen der Informatik sind, wie der Name schon sagt, unerträglich formal. Die erste KE ist wirklich erschreckend. Es empfiehlt sich, diese vorerst wohlwollend zu ignorieren und eher als Nachschlagewerk zu betrachten. Die eigentliche Thematik des Kurses ist ziemlich einfach, hauptsächlich geht es darum, logische Formeln so umzustellen, daß man ein gewünschtes Ergebnis erhält, sowie ein wenig um Mengenlehre. Das schwierige dabei ist die Formalisierung, die bei mir einiges an stupiden Übungsversuchen verlangte. Ein Buch zum Thema empfiehlt sich hier auch, da unterschiedliche Herangehensweisen und mehr Übungsaufgaben zum Schulen der in der Klausur verlangten handwerklichen Fähigkeiten unumgänglich sind. Da dieser Kurs nur 4 KE hat, ist die Thematik recht gut vollständig lernbar. Wer einen Spicker in die Klausur mitnehmen will (wovon ich aufs schärfste abrate!), kann sich dort die Methoden zur Überführung in KNF, DNF, VNF und Pränexform notieren.

1613
die Einführung in die imperative Programmierung ist der umfangreichste Kurs des 1. Semesters. Die Übungsaufgaben sind mittels Versuch-und-Irrtum durchaus lösbar. Ich empfehle hierbei, sich vorkommende Datenstrukturen aufzumalen und die Pfeile dann mit der im Programm zu verwendenden Beschreibung zu beschriften. Auf diese Weise sind zumindest bei mir die Programme um Größenordnungen schneller lauffähig. Bei der Klausur hatte ich den Eindruck, daß das grobe Hinschreiben der Schleifen und Datenstrukturen schon ein Viertel der Punkte bringt. Es ist anscheinend also besser, alle Aufgaben so einigermaßen zu lösen und sich dann an die Ausarbeitung einzelner zu machen als umgekehrt. Vor der Klausur sollte man mindestens 3 Abende lang das Schreiben von Programmen auf Papier üben: man hat in der Klausur keine Zeit, auf einem Schmierblatt vorzuschreiben! Die Klausur erschien mir sowieso wie ein Schnellschreibtest: wer ein gründlicher Programmierer ist, hat weniger Chancen sie zu bestehen als jemand, der aus dem Handgelenk halbwegs funktionierende Programme schreibt. Für die Klausur muß man sich also Fähigkeiten aneignen, die im Berufsleben eher schädlich sind. Wer einen Spicker in die Klausur mitnehmen will (wovon ich aufs schärfste abrate!), kann sich dort Programmfetzen zur Arbeit in verketteten Listen und in Bäumen notieren.

1618
die Einführung in die objektorientierte Programmierung ist deutlich schwieriger als man es von einer Java-Einführung erwartet, und das aus gutem Grunde: es handelt sich in erster Linie wirklich um eine Einführung in objektorientierte Programmierkonzepte. Der Kurs unterscheidet sich deshalb deutlich vom Kurs 1613, bei dem Sprachelemente einer Programmiersprache im Vordergrund stehen.
Der Kurs umfaßt sieben ausführlich geschriebene Kurseinheiten und enthält kaum klausur-irrelevante Kapitel (außer die Bezüge auf andere Sprachen als Java). Da die Sprache Java eher nebenbei abgehandelt wird, ist es für einen OO-Einsteiger ziemlich schwierig, mit Hilfe des Kurses auch die für die Klausurzulassung nötigen EA-Punkte zu erhalten. Ich empfehle deswegen, schon vor Bearbeitung des Kurses ein wenig in Java zu programmieren und sich ein Buch über Programmierung in Java zu besorgen. Im Netz gibt es einige sehr gute frei herunterladbare Bücher, die API-Dok von SUN sollte man auch besitzen.
Der betreuende Lehrstuhl hat sich die schwierige und von mir sehr gewürdigte Aufgabe gestellt, die Klausuren nicht zu den leider häufigen Auswendiglern-Übungen verkommen zu lassen. Konsequenterweise darf man bei der Klausur jedwedes schriftliches Material benutzen, sogar alte Musterlösungen, Bücher und eigene Notizen. Die Aufgaben sind auch dementsprechend umfangreich und schwierig. Um die Klausur zu bestehen, sollte man in der Lage sein, zu jeder Fragestellung sofort das richtige Stichwort und die richtige Stelle zum Nachschlagen zu finden. Sehr wichtig ist es, das Prinzip der statischen und dynamischen Bindung verstanden zu haben, und wie dies bei verschiedenen Modifiern und den Konstruktoren gehandhabt wird. Beliebte Themen sind auch Kapselung und Vererbung, dazu kommen einige reine Programmieraufgaben. Die alten Klausuren sollten eine wertvolle Hilfe zum Lernen sein: irgendwann gehen den Klausurenerfindern vielleicht mal die Ideen für neue Fragen aus ;-)
Wer einen Spicker in die Klausur mitnehmen will (was ich -sofern die gleichen Bedingungen wie bei meiner Klausur herrschen- unbedingt empfehle!), kann sich dort Programmfetzen zur Arbeit in Listen und Bäumen, mit dem AWT und zur Socketkommunikation notieren und vielleicht auch noch knappe Übersichten zu Vererbung und Kapselung (welcher Modifier darf unter welchen Umständen was?) notieren.

1655
die Theoretische Informatik gilt zu Unrecht als Raußschmeißer. Für mein Empfinden ist es schwieriger, die Programmierklausuren zu bestehen (obwohl ich auf meiner Arbeit regelmäßig in verschiedenen Sprachen programmiere). Allerdings braucht man da etwas Glück bei den Klausuraufgaben. Der Kurs besteht aus drei groben Themen (Berechenbarkeit, Komplexität, Grammatiken), wobei das erste am Umfangreichsten ist. Der Schwierigkeitgrad ist hierbei eher abnehmend, am »leichtesten« sind die KE 1,6,7; schwieriger sind KE 2,4,5; und bei KE 3 habe ich ganz deutlich gespürt, daß ich mich nicht auf Berechenbarkeit spezialisieren werde. Zur klausuroptimierten Vorbereitung empfiehlt es sich, sich auf die Themengebiete vergangener Klausuren zu konzentrieren. Ich habe dabei die Gebiete, die mir schwer fielen, völlig ignoriert. Einfachere Gebiete des Kurses sind die Register- oder Turing-Maschinen (das kommt während der Klausur sicher dran), die Numerierungsberechenbarkeit (hat man sich einmal mit der Formalisierung vertraut gemacht, sind es nette Knobelaufgaben) sowie das Umformen verschiedener Grammatiken. Machbar ist weiterhin die P-NP-Problematik, sowie kleinere Beweise zu Grammatiken. Ingo Wegeners Ideensammlung zur Theoretischen Informatik hat mir bei dem P-NP-Problem und bei den Pumping-Lemmata sehr geholfen.
Wer einen Spicker in die Klausur mitnehmen will (wovon ich aufs schärfste abrate!), kann sich dort die Beweisführung zu den Pumping-Lemmata, den Aufbau und die Herleitung verschiedener Normalformen und die Beispiele zur Band- und Zeitkonstruierbarkeit notieren.

1663/1801
die beiden 4 KE langen Kurse Algorithmen/Datenstrukturen und Betriebssysteme/Rechnernetze werden für die mündliche Prüfung in Praktischer Informatik benötigt. Was mündliche Prüfungen angeht, gilt prinzipiell dasselbe wie bei der Technischen Informatik (1707/08). Eine mündliche Prüfung über Algorithmen und Datenstrukturen ist m. E. viel leichter zu bewältigen als eine Klausur, da mündlich das Verständnis von gelernten Algorithmen und der Überblick über die Anwendung verschiedener Datenstrukturen abgefragt wird. Das komplizierte "Finden Sie einen Algorithmus mit der Komplexität O(blabla)" entfällt. Für diese Prüfung sollte man sich eine Liste der Datenstrukturen und Such- und sonstigen Algorithmen machen und sie kreuz und quer erklären können. Das ist nicht weiter schwer, der Kurstext ist sehr ausführlich. Ich habe mich anfangs von der ersten Kurseinheit abschrecken lassen, habe dann aber beruhigt festgestellt, daß die anderen drei KE sehr praxisbezogen sind.
Das Thema Betriebssysteme verlockt durch die Einfachheit der Darstellung gegenüber Kursen wie der Technischen Informatik zu flüchtigem Lesen. Dieser Versuchung sollte man nicht nachgeben und man sollte sich vergewissern, ob man die gestellten Themen wirklich lückenlos referieren kann. Die Darstellung der Rechnernetze ist viel technischer als die der Betriebssysteme und für mich auch leichter lernbar gewesen. Der Kurs 1801 besitzt wenig Umfang, da er sehr ausführlich geschrieben ist.
Falls jemand seine Notizen mit meiner unordentlichen Faktensammlung zur Prüfungsvorbereitung abgleichen will, so kann er diese als PDF-Datei oder als TEX-Quelle herunterladen.

1671
der Kurs Datenbanken I ist wahrscheinlich der kürzeste, der einem in diesem Studium begegnet - er ist gerade einmal drei KE lang. Zudem ist er noch recht ausführlich geschrieben und klar in einzelne Teilbereiche abgegrenzt. Das macht der Lernen sehr einfach. Die Übungsaufgaben waren während meines Kurses (WS00/01) sehr einfach und deckten bei weitem nicht alle Bereiche des Kurses ab. Zur Klausurvorbereitung sollte man sich deswegen unbedingt alte Klausuren besorgen, deren Schwierigkeitsgrad bedeutend über dem der EA liegt. Wegen seiner Kürze und Praxisbezogenheit (Abfragen in SQL erstellen, Abbildung von ER-Diagrammen in relationale Schemata) ist der Kurs gut begreifbar und gibt keinen Anlaß zu Sorgen. Trotzdem sollte man vor der Klausur mindestens zwei Abende lang alle Abfragebeispiele und -aufgaben und auch die Erstellung von ER-Diagrammen üben.
Wer einen Spicker in die Klausur mitnehmen will (wovon ich aufs schärfste abrate!), kann sich dort ein paar Beispiele der komplizierte Abfragen in SQL, Relationenkalkül und -algebra, sowie einzelne Transformationsschritte notieren.

1678
Der Kurs »Verteilte Systeme« beruht auf dem Buch "Verteilte Systeme" von Coulouris, Dollimore und Kindberg. Das ist auch die große Schwachstelle des Kurses. Die deutsche Ausgabe des Buches wirkt auf mich ungeordnet, unkonzentriert, ungenau, mitunter geschwätzig, schlampig redigiert, übersetzungsfehlerbehaftet und manchmal widersprüchlich. Als Lehrbuch ist es meines Erachtens nur für einen lehrenden Dozenten geeignet, aber nicht für einen Studenten im Selbststudium.
Wenn jemand eine genauere Begründung haben will, lege ich gern an einem Tag, an dem mir nach Gruseln zumute ist, eine konkrete Meckerliste für das Werk an.
Zum Glück gibt es zu dem Kurs auch noch Begleittexte des veranstaltenden Lehrstuhles, die in ihrer schlichten Genauigkeit mit treffenden, gut erläuternden Beispielen im Kontrast zum Buch jedes Mal ein erholsames, freudvolles Lernerlebnis bescherten. Es kann dem Kurs nur gut tun, wenn sich der Lehrstuhl dazu entschließen könnte, mehr und mehr Teile selbst herauszugeben, wie es im Kapitel zur Kryptografie schon getan wurde.
Zum Kurs selbst: er behandelt die Verteilten Systeme mit Schwerpunkten zu den niedrig angesiedelten Kommunikationsprotokollen, Nebenläufigkeit, Uhrensynchronisation, verteilten Dateisystemen, Transaktionen, Kryptografie und dem lehrstuhleigenem Thema "Rechnerunterstütztes verteiltes Arbeiten und Lernen". Die zu lernenden Fakten sind sehr zahl- und umfangreich, am meisten bereitete mir allerdings das Durcheinander des Buches Probleme. Ich empfehle, sich schon beim Lesen zu jedem Artikel eine geordnete Zusammenfassung zu schreiben, da man so die ganzen Dopplungen oder auf mehreren Seiten versteckten Fakten zu einem kompakten Thema in einer les- und lernbaren Weise vor sich sieht. Auf jeden Fall sollte man auch die Einsandeaufgaben lösen, die überhaupt erst das Verstehen mancher unverständlich geschriebener Passagen ermöglichen. Bei einigen Themen, wie der Funktionsweise von RPC oder Kerberos, hilft eine Suche mit Googel weiter. Hat man die ersten Hürden überwunden, stößt man auf einen sehr interessanten Lehrinhalt, der vieles von dem erläutert, was man im täglichen Leben mit dem Rechner selbstverständlich anwendet; der Kurs ist auf jeden Fall von Nutzen.
Falls jemand seine Notizen mit meiner unordentlichen Faktensammlung zur Prüfungsvorbereitung abgleichen will, so kann er diese als PDF-Datei oder als TEX-Quelle herunterladen.
Anmerkung vom SS06: Inzwischen wird dieser Kurs mit einem anderen Buch als Grundlage gelehrt.

1696
Im Kurs »Wissensbasierte Systeme«...

1697 (Katalog M)
Die »Künstliche Intelligenz und automatische Wissensverarbeitung« habe ich belegt, um die Zulassung für das Fachpraktikum KI zu erhalten. Statt diesem hätte ich auch den Kurs 1698 wählen können, welcher in dem Semester, in dem ich mich zum Praktikum anmeldete, aber nicht belegbar war. Ohne diesen Zwang ist nicht sinnvoll, diese beiden Kurse im gleichen Studium zu belegen.
Als Basistext dient das Buch gleichen Titels vom Lehrstuhlinhaber. Das Buch selbst ist sehr umfangreich, recht formal und streckenweise knapp geschrieben. In vielen Kapiteln werden Beispiele wissensverarbeitender Systeme erläutert, während den Grundlagen mitunter mehr Ausführlichkeit zum Verständnis helfen würde. Bei den Themen Prolog, Aussagen- und Prädikatenlogik sowie Grammatiken habe ich auf das Büchlein "Logik für Informatiker" von Uwe Schöning bzw. auf die letzten beiden KE des Kurses 1655 zurückgegriffen.
Zu dem Buch erhält man noch einen Begleittext, den man unbedingt konzentriert mehrfach durcharbeiten sollte. Neben einer kurzen Kapitelzusammenfassung gibt es darin ein Glossar und jede Menge Übungsaufgaben, die zusätzlich zu den EA gelöst werden sollten. Die Schwierigkeit der einzelnen Aufgaben und Kurseinheiten ist stark wechselnd, als Grundregel kann man jedoch bemerken, daß der Arbeitsaufwand etwa gleich ist: je weniger zu schreiben ist, um so mehr muß man denken und umgekehrt.
Der Kurs geht sehr in die Breite, viele Themen werden angschnitten, aber nicht sehr vertieft, was bei allen verwendeten Disziplinen der KI auch kaum möglich ist: LISP, Prolog, Logik, Grammatiken, Linguistik, semantische Netze, Problemlösen, Expertensysteme und mehr. Mehrere Themen überschneiden sich mit anderen Kursen, so daß einzelne Kapitel je nach Fortschritt im Studienverlauf abgekürzt werden können.
In diesem Kurs dürfte eine Klausur deutlich einfacher zu bestehen sein, als eine mündliche Prüfung, da in der Klausur viele Grundlagen abgefragt werden, während lt. Prüfungsprotokollen sehr detaillierte Nachfragen gestellt werden. Die Themen der vier mir bekannten Klausuren - 3 auf dem Fachschaftsserver und die, die ich selber schrieb - wiederholen sich, etwa die Hälfte wird jedes Jahr ähnlich abgefragt. Die Klausuren sind so umfangreich, daß man die schreibintensiven Aufgaben nicht zuerst auf Schmierpapier lösen sollte, weil man sonst zuviel Zeit opfert.
Wer einen Spicker in die Klausur mitnehmen will (wovon ich aufs schärfste abrate!), kann sich dort Beispiele für PK1, die Begriffe der SN und Prolog- und LISP-Beispiele notieren.

1698
Der Kurs "Grundlagen der Künstlichen Intelligenz" entspricht zu großen Teilen dem Kurs 1697, weswegen beide Kurse nicht zusammen in einem Studium als Prüfungsleistung bzw. als Klausurgrundlage verwendet werden dürfen. Die Schwerpunkte des Kurses 1698 liegen bei einer philosophischen Betrachtung der KI, bei Neuronalen Netzen, LISP, Logik, einigen Wissensrepräsentationsmethoden und automatisiertem Schließen bzw. Problemlösen. Auch an dieser Aufzählung erkennt man wieder, daß der Kurs sehr umfangreich ist, die Thematiken werden auch stark vertieft. Man beachte auch den Titel des Kurs: es handelt sich um "Grundlagen" und nicht um eine "Einführung". Dem folgend wird den grundlegenden Konstruktionsinstrumenten der Logik (Aussagen- und Prädikatenkalkül), dem inneren Aufbau von LISP, den Grundlagen der Schließweisen und dem formalen Aufbau von Problemen und Graphen viel Platz gewidmet. Viel Gelegenheit zum Zeitsparen hat man deswegen nicht. Am ehesten kann man noch auf den philosophischen Diskurs der ersten KE verzichten, da ich nicht gelesen habe, daß dieses Thema jemals in einer Prüfung oder Klausur durchgenommen wurde. Die zweite KE befaßt sich zur Hälfte mit Datenstrukturen - der nach Belegempfehlung studierende Bachelorstudent hat dieses Thema schon am Anfang seines Studiums behandelt. Dafür ist die andere Hälfte der zweiten KE, die kurze Einführung in Neuronale Netze, sehr komplex und aufgrund des Formelreichtums wahrscheinlich nicht auf Anhieb zu durchschauen. Die Neuronalen Netze ich dann auch mehr mit diesem und den folgenden Artikeln von den Seiten des Deutschen Fachinformationszentrum für die Chemie gelernt. Alle weiteren KE kann man meines Erachtens nicht abkürzen, wenn man die mündliche Prüfung ablegen will. Schreibt man die Klausur, genügt es sicher, sich anhand der älteren Klausuren vorzubereiten (auf eigene Gefahr).
Falls jemand seine Notizen mit meiner unordentlichen Faktensammlung zur Prüfungsvorbereitung abgleichen will, so kann er diese als PDF-Datei oder als TEX-Quelle herunterladen.

1707/08
Ich behandle beide Kurse der Technischen Informatik zusammen, da für diese eine einzige mündliche Prüfung abgelegt wird. Die ersten fünf KE von 1707 bauen auf den logischen Formeln des Kurses 1601 auf, welche dann zur Darstellung von Bauteilen und komplexeren Schaltwerken benutzt werden. Dieser Kursteil ist relativ einleuchtend, verlangt aber viel Übung, um sich die Arbeitsweise und die Kombinationsmöglichkeiten verschiedener Bauteile genau einzuprägen. Der Schwierigkeitsgrad des Kurses erhöht sich nicht wesentlich, aber der der EA.
Die restlichen beiden KE der 1707 die 7 KE der 1708 sind ein umfangreiches Kompendium über die Funktionsweise von Mikroprozessoren und Rechnerkomponenten (Busse, Schnittstellen). Die Faktenflut kann einen erschlagen, aber das Thema ist recht interessant und die Einsendeaufgaben sind weniger vertrackt, sondern eher darauf ausgelegt, daß man sich genauer mit manchen Details beschäftigt. Gestört hat mich daran, daß ein paar elektronische Grundkenntnisse vorausgesetzt werden, die man im Studium nicht lernt. Mir half hier Nachfragen in der Newsgruppe am ehesten.
Für die mündliche Prüfung empfiehlt sich das Durcharbeiten alter Prüfungsprotokolle und eventueller Veröffentlichungen des Prüfers (hier hat er also sein Spezialgebiet). Prof. Schiffmann hat zum Beispiel ein Übungsbuch zur Technischen Informatik geschrieben, welches sich für die Thematik des Kurses 1707 hervorragend eignet. Mich hat er tatsächlich in der mündlichen Prüfung etwas gefragt, was in einer Aufgabe in diesem Buch, nicht aber in den EA des Kurses vorkam. Bei mündlichen Prüfungen kann man sich nicht so gut "aufs-Durchkommen-orientiert" vorbereiten, wie bei Klausuren -- die Prüfer sind erfahren genug, um Kratzen an der Oberfläche als solches zu erkennen. Außerdem macht man sich und dem Prüfer keine Freude, wenn man nur herumstammelt. Für die Prüfung der Technischen Informatik sollte man sich ein paar Tage Urlaub nehmen, und mindestens alle Themen alter Prüfungsprotokolle sicher erklären können.
Falls jemand seine Notizen mit meiner unordentlichen Faktensammlung zur Prüfungsvorbereitung abgleichen will, so kann er diese als PDF-Datei oder als TEX-Quelle herunterladen.

1793
Der Kurs »Software Engineering I« ist einer von jenen, für die der geneigte Fernstudent viel Schmierpapier, Zeit und Ausdauer im Handgelenk bereithalten sollte. Neben über 400 Seiten Kurstext gibt es sehr viele Aufgaben, die nur durch immer wiederholte Übung gelöst werden können. Nach einer Einführung in UML werden allerlei Diagramme (Anwendungsfall-, Interaktions-, Zustands-) und Modellierungen (Anwendungsfall-, Domänenklassen-, Verhaltens-, Klassen-) durchgenommen. Eine Reihe Entwurfsmuster und der Feinentwurf komplettieren den Kurs. Anhand der verfügbaren alten Klausuren erhält man einen recht guten Einblick in das Wissen, das nach Abarbeitung des Kurses ohne Grübeln abgerufen werden können sollte, denn dazu hat man in der Klausur keine Zeit (ob der Schwerpunkt des geforderten Wissens in einer mündlichen Prüfung ein anderer ist, kann ich nicht sagen). Mir bereitete es bei der Bearbeitung der Einsende- und Übungsaufgaben am meisten Probleme, daß in der Softwarearchitektur recht viele Heuristiken verwendet werden. Warum eine Lösung als richtig bewertet wurde, war mir nicht immer ganz einsichtig. Der Kurs »Software Engineering I« gehört zu den Kursen, über die man sich mit Kommilitonen austauschen sollte. Am besten, ihr erledigt die EA gemeinsam - das ist erlaubt und aufgrund der oft nicht eindeutig nur auf eine Weise lösbaren Aufgaben habt ihr eine gute Möglichkeit, verschiedenen Betrachtungsweisen auf die gleichen Aufgaben abzuwägen.
Falls jemand seine Notizen mit meiner unordentlichen Faktensammlung zur Prüfungsvorbereitung abgleichen will, so kann er diese als PDF-Datei oder als TEX-Quelle herunterladen.

1802 (Katalog M)
Der Kurs "Betriebssysteme" besteht aus sieben Kurseinheiten. Er ist relativ faktenreich, aber sehr gut strukturiert. Vor und nach Bearbeiten dieses Kurses sollte man die ersten beiden Kapitel des Kurses 1801 lesen. Die Qualität dieser Zusammenfassung und die gut gewählten Zwischenfragen des Kurses 1801 wurden mir erst vollständig bewußt, nachdem ich den 1802 durchgearbeitet hatte. Eine bessere einführende Zusammenfassung des Themas "Betriebssysteme" kann ich mir kaum vorstellen.
Der Kurs 1802 enthält kaum Grafiken, die das schnelle Verstehen mitunter sehr erleichtern. Deswegen sollte man sich selbst ein paar Merkzettel mit dem hierarchischen Aufbau der Festplattenlesestrategien (KE 2), der Scheduling-Strategien (KE 3) und der Hauptspeicherverwaltung (KE 4) anfertigen, praktischerweise sind die Kapitel so aufgeteilt, daß man für die anfängliche Struktur nur das Inhaltsverzeichnis abschreiben muß. Auch die Interruptbearbeitung und das Zusammenarbeiten der verschiedenen Schichten zur Gerätesteuerung (Kap. 1.3.3, 1.4.2, Kurs 1801) wurde mir erst mit Hilfe einer selbstgefertigten Grafik erst richtig verständlich.
Zur Bearbeitung empfehle ich das Standardwerk Moderne Betriebssysteme (gebraucht gibt es das bei anderen Anbietern sehr günstig) von A. S. Tanenbaum, welches auch Pate für einige Kapitel des Kurses war. Es ist leider etwas lapidar geschrieben und die Übersetzung ist mitunter nicht perfekt, ansonsten ist das Buch aber sehr hilfreich. Weiterführend bietet Understanding the Linux Kernel von Daniel P. Bovet und Marco Cesati einen Einblick darin, wie die gelernten theoritischen Konzepte in der Praxis umgesetzt werden.
Falls jemand seine Notizen mit meiner unordentlichen und leider unvollständigen (es fehlen die KE 6 und 7) Faktensammlung zur Prüfungsvorbereitung abgleichen will, so kann er diese als PDF-Datei oder als TEX-Quelle herunterladen.

1895/1896
Das »Management in der IT« besteht aus zwei umfangreichen Kursen. Der eine - "Management von Softwareprojekten" - ist sehr faktenreich und ohne stupides Auswendiglernen nicht bearbeitbar. Eine der sieben Kurseinheiten überschneidet sich mit dem bereits absolvierten AO-Psychologie-Wissen und widerspricht dem in manchen Punkten. So wird die Technik des Brainstorming im Kurs 1895 positiver als in der AO bewertet. Zur Vermeidung von Verwirrungen empfehle ich, sich das AO-Wissen vor der Bearbeitung dieser KE aus dem Kopf zu schlagen (Hilfe hierzu). Auch sind einige der vorgestellten Techniken, wie zum Beispiel das Rapid Prototyping, im produktiven Einsatz eher umstritten. Der Kurs ist trotz seines Umfanges durchaus zu bewältigen, da er thematisch deutlich strukturiert und in gutem Deutsch geschrieben ist (eine Reihe Komma-Fehler außer Betracht gelassen) und sich die Anzahl der Buzzwords im erträglichen Rahmen hält (11 von 25). Ich habe den Kurs in zwei Wochen Echtzeit bearbeitet und zur Klausur akzeptabel abgeschnitten. Zu diesem Kurs sollte man unbedingt die Einsendeaufgaben lösen und vor der Klausur verinnerlichen: die Klausur orientierte sich so stark an den Einsendeaufgaben, daß das Wissen aus diesen für -so schätze ich- 70% der Punkte des Klausurteils genügt. An diesem Punkt kann der Fernstudent in Zeitnot ansetzen, indem er nur die EA lernt, dann läßt sich die benötigte Zeit auf einige Tage drücken. Wenn der Lehrstuhl diese Zeilen hier liest, wird sich das aber ändern ;-)
Ich empfehle bei Prüfungsklausuren, deren Bewertung in die Endnote einfließt, aber ohnehin kein zu knappes Lernen.

Der Kurs »IV-Strategie« war einer der schwierigsten, die ich bisher bearbeitet habe. Er wird im Sommersemester 2003 überarbeitet (ich tippe auf schwache Klausur-Ergebnisse, wozu ich auch tatkräftig beigetragen habe. Die Korrektorin meiner Klausur tut mir jetzt noch leid.), weswegen ich mir weitergehende Kommentare spare.

Nachteil der Klausur ist m. E., daß fast kein Transferwissen verlangt wird, sondern nur Auswendiggelerntes abgefragt wird. Auf die Spitze getrieben wurde das mit Aufgaben, bei denen halbfertige Diagramme unbekannten Inhaltes ergänzt werden sollten. Ich habe mir sagen lassen, daß das bei grundlegenden BWL-Prüfungen üblich ist - für mich als Informatik-Student kam das aber doch sehr überraschend.

1914
Für ein Seminar muß eine schriftliche Ausarbeitung verfaßt und ein Vortrag gehalten werden. Hauptaugenmerk liegt dabei auf dem wissenschaftlichen Arbeiten. Diesen Allgemeinen Hinweisen für Teilnehmer an Seminaren, die von der Uni Siegen bereitgestellt werden, kann ich nichts mehr hinzufügen.

4901 (Dieser Kurs ist nicht mehr Bestandteil des Studiengangs Bachelor/Informatik)
der Kurs "Technisches Englisch" ist ein wenig eine Mogelpackung: es wird zwar einiges an englisches Fachbegriffen vorrangig aus der Elektrotechnik und Informationstechnik gelehrt, zum Bestehen der Klausur sind die nun erworbenen Kenntnisse der englischen Sprache kaum nötig. Die Durcharbeitung des Kurses empfehle ich trotzdem, da man dadurch einige »Kniffe« lernt, die beim Schreiben längerer Texte nützlich sind und vor allem durch die Übungsaufgaben und die Probeklausur erfährt, worauf es bei der Klausur wirklich ankommt: das Verstehen von kurzen Fachtexten und das schnelle Wiedergeben eigener Argumente zur Thematik. Auch sind einige der angesprochenen Themen interessant und dem Autor ist es gelungen, die Grammatik-Einlagen unterhaltsam zu gestalten. Das Niveau der vier Kurseinheiten scheint nicht sehr hoch, wenn man schon etwas Englisch kann (im Abi hatte ich seinerzeit eine 3), doch sollte man sich nicht verleiten lassen, die Übungsaufgaben zu übergehen. Als ideale Klausurvorbereitung empfehle ich, rechtzeitig die EA und die Probeklausur einzusenden, regelmäßig englischsprachige Zeitungen im Web zu lesen und - falls man viel mit Computern zu tun hat - die englischsprachigen Dokumentationen der Programme zu benutzen. So lernt man recht schnell gängige Satzmuster kennen.
Wer einen Spicker in die Klausur mitnehmen will (wovon ich aufs schärfste abrate!), kann sich dort die Wortlisten aus dem Beiheft zu Satzanfängen und die Überleitungen (Connectoren) notieren.

4751/4752/4756/4763/4765/4767 (Diese Kurse sind nicht mehr Bestandteil des Studiengangs Bachelor/Informatik)

Liebe Arbeits- und Organisationspsychologen, betrachtet folgenden Abschnitt bitte als Anregung und laßt Euch nicht von einer eventuell durchsickernden Polemik beleidigen. Mir sind die Probleme, die es bereitet, ein so umfangreiches Thema auf eine kurze Klausur abzubilden, bewußt. Um dem Anspruch einer Abschlußarbeit gerecht zu werden, sollte man die Zeit der Klausur verlängern und vielleicht noch ein paar Ankreuztests für die spezielleren Gebiete beifügen (aber da hat sicher die BPO etwas dagegen...)

Die Arbeits- und Organisationspsychologie (AO) ist eines der vier fachfremden integrierten Nebenfächer. Das bereitgestellte Material ist für diese Kurse sehr umfangreich, insgesamt soll man etwa 1300 Seiten bearbeiten, um sich damit auf eine zweistündige Klausur vorzubereiten. Diese Zahlen deuten auch das Dilemma der AO im Bachelorstudiengang an: es sind zuviele Fakten, die in einer zu kurzen Klausur abgefragt werden müssen. Der Fachbereich hat dieses Dilemma so gelöst, daß zumindest in den Klausuren der Jahre 2000-2002 nur wenige Themen, die sich auch wiederholten, behandelt wurden. Wenn sich diese Herangehensweise nicht ändert, läßt sich AO für den Fernstudenten deutlich straffen. 2 Monate Bearbeitungszeit sollten für eine gute Note ausreichen.
Eigentlich soll man als Teilzeitstudent die AO in zwei Semestern umfangreich durcharbeiten, im Nachhinein habe ich feststellen müssen, daß das verschwendete Zeit war. Einige der Kurse waren für das Bestehen der Klausur so gut wie überflüssig, ich habe die wichtigen Daten in Zusammenfassungen bereitgestellt: 4763 (Softwareergonomie und Neue Techniken), 4765 (Belastung und Beanspruchung), 4767 (Konfliktgenese und Konfliktbewältigung in Organisationen), 4752 (Arbeitsmotivation, Leistung und Zufriedenheit). Der Hauptkurs 4751 (Einführung in die Arbeits- und Organisationspsychologie) ist gut geschrieben (was leider nicht bei allen Kursen, die ich an der Fernuni bearbeitet habe, der Fall ist) und sollte einigermaßen gründlich durchgearbeitet werden, wobei man auch da die Kapitel überspringen kann, die als einzigen Inhalt "AO ist eine Wissenschaft, jawoll!" enthalten. Der Kurs 4756 (Arbeitsgruppe und Führung) ist der einzige, dessen vollständiges Verstehen mir als sinnvoll erscheint. Deswegen sollte man auch die EA dieser beiden Kurse einsenden. Als beste Vorbereitung für die Klausur hat sich für mich erwiesen, die Hausarbeiten und Klausurbeispiele, die einige nette Studenten auf Ihren Fernuni-Seiten bereitstellen, durchzuarbeiten. Wie auch in den anderen Fächern darf man aber die Klausur keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen! Ich habe zu den Fragestellungen vergangener Jahre Texte unter Klausurbedingungen geschrieben, bis ich keinen der Fakten mehr vergessen habe. Ohne diese Übung wird man wahrscheinlich in der Klausur Zeitprobleme bekommen, da die Zeit kaum zum Ausarbeiten der Klausur reicht. Man sollte in einer Viertelstunde die Struktur erarbeiten und dann gleich ins Reine schreiben.
Wenn man sich einmal in die psychologische Lehrweise eingearbeitet hat, ist der Kurs recht einfach. Ich, als Laie, habe den Eindruck, daß die AO in erster Linie aus selbstbezüglicher Quellenbearbeitung besteht. Jemand behauptet irgendetwas, meist durch empirische Studien unterstützt; und andere Leute meckern entweder die Ergebnisse oder die Durchführungsweise der Studie an und entwerfen ein neues Modell, daß möglichst mehrere andere Modelle teilweise verwurstet. Einfache Modelle werden aufgrund ihrer Einfachheit abgelehnt, komplizierte Erklärungsversuche scheitern an ihrer Komplexität und der Nichterfaßbarkeit psychologischer Aspekte.
Wer einen Spicker in die Klausur mitnehmen will (wovon ich aufs schärfste abrate!), kann sich dort die Stufen-, Pyramiden- und Ketten- und Sonstwas-Modelle notieren, die in den gefundenen Hausarbeiten und Klausurbeispielen auch genannt werden.

5009
Die Einführung in das Bürgerliche Recht ist ein weiterer fachfremder Kurs, er umfaßt 6 Kurseinheiten sowie Einsendeaufgaben, von denen 3 bestanden werden müssen, um an der Klausur teilnehmen zu können.
Recht unterscheidet sich dadurch grundlegend von anderen Kursen, daß man dabei sehr exakt mit dem Laien mitunter nicht ganz klar wirkenden Daten arbeiten muß. Bei Recht hat man keine Chance mit groben Überblickswissen, welches einen in anderen Kursen den einen oder anderen Schein beschert hat. Wichtig ist auch der Weg zum Ziel, die eigentliche Antwort ist (nicht immer) der ausschlaggebende Punkt zum Bestehen oder durchfallen.

Ich mußte den Kurs einige Male bearbeiten und durch nicht bestandene Einsendeaufgaben und Klausuren die Bearbeitungsweise von Fällen lernen: zuerst sucht man die richtige Anspruchsgrundlage, dann muß man die wichtigen "Nebenbedingungen" kennen, die zu der Anspruchsgrundlage gehören und diese dann nacheinander prüfen. Sehr wichtig ist das Einhalten des sogenannten Gutachten-Stils. Es war für mich erfolgversprechender, jedes Logikempfinden zu ignorieren und mich streng an den obigen Algorithmus zu halten.
Die Recht-Sprache hört sich zwar an wie Deutsch, viele Worte haben aber eine eigene Bedeutung. Füllworte gibt es kaum, Raum für Interpretationen auch nicht, auch wenn es einem oft so vor kommt. Wenn man soweit ist, daß man verschiedene Fälle in Folge musterlösungsähnlich lösen kann, dann hat man die Sprache verstanden. Die Punktevergabe durch die Korrekturen war mir nicht immer einsichtig.


Bachelorarbeit
Für den Studenten, der bis hierher durchgehalten hat, stellt sich die Frage nach der Abschlußarbeit. Diese muß nicht als letztes durchgeführt werden, es gibt für den Studiengang Bachelor/Informatik keine Vorbedingungen für den Beginn der Arbeit. Daß man ausreichend Kenntnisse für das angestrebte Thema und im Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit erlangt haben sollte, versteht sich von selbst. Ich empfehle deswegen, die Abschlußarbeit erst nach dem Seminar und nachdem einige Kurse beim anvisierten Lehrstuhl bearbeitet wurden, zu beginnen.
Zur Themenwahl schrieb Iris Meinl, erfolgreiche Fernstudentin und im SS06 Betreuerin der Newsgruppe feu.junior-senior.informatik:
Generell ist es am leichtesten, wenn man seine Abschlussarbeit in einem Lehrgebiet schreibt, bei dem man bereits an einem Seminar oder einem Praktikum teilgenommen hat. Denn dann hat man den grossen Vorteil, dass man schon einen oder mehrere Ansprechpartner hat. Zwingend erforderlich ist das natürlich nicht.

Hier findest Du eine Übersicht aller Lehrgebiete:

http://www.informatik.fernuni-hagen.de/einrichtungen/lehrgebiete/uebersicht.html

Der "Standardweg" ist nun die HPs der Lehrgebiete näher anzugucken und zu schauen zu welchem Lehrgebiet Dein Thema am Besten passen würde. Falls mehrere Lehrgebiete in Frage kommen sollten, dann erinnere Dich an Deine eigenen Erfahrungen mit den betreffenden Lehrgebieten: z.B. wie wurden die Kurse betreut? Hast Du Dich auf Studientagen des Lehrgebiets wohlgefühlt? Gab es evtl. einen Kursbetreuer des Lehrgebiets mit dem Du besonders gut klargekommen bist? So kannst Du das Lehrgebiet auswählen, das am Besten zu Dir und Deinem Thema passt.

Nachdem Du weisst in welchem Lehrgebiet Du gerne Deine Arbeit schreiben möchtest, nimmst Du per Mail oder Telefon Kontakt auf und fragst nach wer Zeit hätte Deine Abschlussarbeit zu betreuen (dabei kannst Du natürlich auch den Wunsch nach einem speziellen Mitarbeiter als Betreuer äussern). Ein guter Betreuer wird sich dann am Telefon mit Dir über Deinen Themenvorschlag unterhalten und Dir sagen ob das Thema so ok ist oder ob Du evtl. noch andere Aspekte mit in Deine Arbeit einbeziehen musst.

So ähnlich lief es bei mir auch ab.

Die Arbeit sollte man m. E. erst dann beantragen, wenn man sich sicher ist, daß das Thema auf 3 Monate und (höchstens) 70 Seiten abbildbar ist. Die Struktur und einen groben Inhalt der Kapitel kann und sollte man in einem Vorgespräch vorschlagen oder erarbeiten. Stellt auch sicher, daß ihr genug Literatur habt, um Euer Thema inhaltlich abzudecken.
Von den technischen Bedingungen her ist es von Vorteil, wenn ihr wißt, wie man eine längere Arbeit mit Softwareunterstützung schreibt. Ich hatte LaTeX und und die in den verbreiteten Linux-Distributionen standardmäßig vorhandene Oberfläche Kile verwendet, zum Zeichnen kleiner Grafiken Dia und zum Überprüfen der Rechtschreibung einen Papierduden. Ein sehr wichtiges Hilfsmittel war ein Synonymwörterbuch. Mit anderer Software kann man das sicher ebenso gut erledigen, die hätte bei mir aber nur zusätzliche Einarbeitungszeit verlangt.
Schickt Eurem Betreuer regelmäßig beendete Kapitel oder Vorabversionen Eurer Arbeit und scheut Euch nicht vor dummen Fragen - der Lehrstuhl hat auch Interesse daran, daß ihr Eure Arbeit erfolgreich beendet.

Viel Erfolg!


(Letzte Änderung: 15. 08. 2008)   ·   q5635942@mailstore.fernuni-hagen.de