Zu meiner Situation: ich arbeite in einem Rechenzentrum als
Systemverwalter, habe aber außer einer zweijährigen, zu DDR-Zeiten
nach der 10. Klasse durchgeführten, Lehre keinen Abschluß. Da die
Aufgaben in meinem Beruf immer umfangreicher werden und stetiges
Neulernen erfordern, will ich meine Kenntnisse fundamentieren.
Den Gedanken an ein gründlich durchgeführtes Studium mußte ich recht
schnell aufgeben, dafür reicht einfach meine Zeit nicht, so daß ich
klausuroptimiert lernen muß. Sprich: Durchkommen zählt für mich
mitunter mehr als das vollständige Verstehen aller Inhalte. Dem
folgend habe ich meine Scheine meist mit Noten um 3,0
gemacht. Auf Prüfungen habe ich mich natürlich intensiver vorbereitet, dort
ist mein Schnitt deutlich besser.
- 1151 (Achtung:
veraltete Bemerkungen eines Zweitsemestlers!)
- Mathe für Informatiker I (Bachelor) hat einen mittleren
Schwierigkeitsgrad. Der Kurs besteht aus 5 KE, wovon die erste und die
letzte am einfachsten sind. Es ist sehr wichtig, die Übungsaufgaben zu
lösen, da hier die handwerklichen Fähigkeiten für die Klausur geschult
werden. Die Klausur war bei mir wenig überraschend, man kann die alten
Klausuren und die vom Kurs 1181 als Vorbereitung nehmen. Man kann
leicht Punkte sammeln, indem man die Definitionen auswendig lernt, die
auch früher schon abgefragt wurden. Die Herangehensweise an das Thema
"Lineare Algebra" ist allerdings ziemlich kompliziert gewählt. Ich
empfehle, sich stattdessen ein Buch über Lineare Algebra zu besorgen,
in dem das Feld nicht über die Richtung "Körper", sondern von Matrizen
ausgehend, aufgerollt wird. Das erleichtert das Verständnis der
Aufgaben enorm! Wer einen Spicker in die Klausur mitnehmen will (wovon
ich aufs schärfste abrate!), kann sich dort die Definitionen und die
Herangehensweise an die Basisberechnung notieren.
Nachtrag vom SS 2004: Der Kurs besteht nur noch aus 3 KE, inhaltlich scheint
sich aber nicht viel geändert zu haben.
- 1152 (Achtung:
veraltete Bemerkungen eines Zweitsemestlers!)
- Mathe für Informatiker II (Bachelor) hat einen hohen
Schwierigkeitsgrad. Der Kurs besteht aus drei Teilen: Analysis,
Numerik und Stochastik. Diese Teile kamen zu meiner Klausur (im SS
2000) gleich
gewichtet dran, obwohl der Analysis-Teil viel umfangreicher ist als
die anderen beiden. Es empfiehlt sich also, einen der beiden anderen
Kurse gründlich zu lernen, da dies weniger Zeit erfordert. Mir fiel
die Numerik sehr leicht, während die Stochastik einfach nicht in
meinen Kopf gelangen wollte. Die Klausur habe ich trotzdem bestanden, da
dazu eine fast vollständig gelöste Thematik sowie wenige Punkte aus
den anderen Themen genügten. Ich habe etwa nur die Hälfte des Kurses
gelesen und aufgrund einiger Analysis-Ansätze bestehen können. Wer
einen Spicker in die Klausur mitnehmen will (wovon
ich aufs schärfste abrate!), kann sich dort die Näherungsformeln der
Numerik, die Sätze der Stochastik und Ableitungs- und Umformungsregeln
der Analysis notieren.
Die Klausurbedingungen wurden geändert. Wie mir mitgeteilt wurde,
wird mittlerweile (SS 2003) von allen beteiligten Teilen eine
Mindestpunktanzahl verlangt.
- 1584
- Das Grundpraktikum Programmierung ist für Programmieranfänger nur
unter großem Einsatz zu schaffen. Es wird zwar mit 2+1 SWS angeboten, und
auch die Voraussetzungen (Kurs 1618 oder 1616 sowie bestandene Prüfung
"Praktische Informatik") sind recht niedrig, das Praktikum selbst ist
aber bedeutend schwieriger und vor allem umfangreicher. Ich mußte dieses
Praktikum zweimal absolvieren: beim ersten Mal konnte ich nicht alle
Anforderungen erfüllen, beim zweiten Mal bin ich aber recht sicher
durchgekommen. Die Aufgabe
des Programmierpraktikums WS 2003/2004 verlangte gute
Java-Kenntnisse in den Bereichen Swing, Sockets
und Threads, sowie im Verstehen und Programmieren des Minimax-Algorithmus'.
Für die Aufgabe im SS 2004 sollte ein grafischer Editor nach gegebenen
Vorraussetzungen erstellt werden, das erforderte Kenntnisse vor allem in
Swing und Java2D. Die geforderten Algorithmen waren (für mich) weniger
schwierig zu implementieren, dafür wurde ausdrücklich auf saubere
Implementierung nach dem MVC-Modell geachtet.
Bevor man sich an dieses Praktikum wagt, sollte man sich gute
Java-Kenntnisse angeeignet haben und schon ein paar kleine Swing-Programme
mit Menüs, unterschiedlichen Knopftypen und sauberer Auswertung der
Eingaben geschrieben haben. Da wahrscheinlich jedes der künftigen Programme
auch eine grafische Oberfläche besitzen soll, werden diese Kenntnisse
immer benötigt werden (Spitzfindige mögen einwenden, daß es auch andere
Toolkits als Swing gibt. Sie haben Recht.)
Die (eigentlich zu) hohen zeitlichen Anforderungen an die Studenten
für dieses Praktikum sind bekannt, aber ich denke nicht, daß diese sich
in der nächsten Zeit ändern werden. Die Fernuni muß die Balance zwischen
den antretenden Programmierern und programmierunerfahrenen Studenten
wahren; ein Problem, das es an Präsenzunis nicht gibt.
Entgegen den Musterstudienplänen (im Vollzeitstudium werden neben dem
Grundpraktikum Programmierung noch 5 weitere Kurse, von denen 4 mit einer
Klausur abzuschließen sind, empfohlen) wurde im WS 03/04 z. B. diese
Nachricht verschickt:
Wir bitten Sie daher ganz herzlich auch im Interesse Ihrer
Mitstudenten, darueber nachzudenken, ob Sie
- ueber ausreichend Java-Kenntnisse verfuegen, um eine
anspruchsvolle Aufgabe in Java zu loesen
- ob Sie dieses Wintersemester wirklich viel Zeit in
die Bearbeitung der Aufgabe stecken koennen
(So sollten Sie keine Pruefungen im Wintersemester
haben, keine anderen Seminare oder Praktika, keine
besondere berufliche oder private Belastung, etc.)
Wenn Sie in einem dieser Punkte Zweifel haben, waere es
gut, wenn Sie sich von diesem Praktikum abmelden
koennten.
Aus der Newsgruppe feu.informatik.kurs.1580+82+84.diskussion (im SS 2003
gefunden):
auch wenn es Sie provoziert: Sie bearbeiten das ProPra in einem
Universitaetsstudium und nicht an der VHS. Bitte vergessen Sie nicht, Sie
studieren Informatik und absolvieren
keine Ausbildung zum Programmierer.
Diese Hinweise sollte man ernst nehmen.
Die Betreuung durch die Lehrstühle war bei meinen beiden Versuchen
fachlich sehr kompetent, man erhielt auf Anfragen schnell eine Antwort.
- 1594
- Das Fachpraktikum »Künstliche Intelligenz« kann nur online mit Hilfe
spezieller Software bearbeitet
werden. Zum Zeitpunkt, als ich es belegte (SS 2005), beinhaltete es drei
Aufgabengebiete: Neuronale Netze, Semantische Netze und die Umwandlung von
natürlichsprachlichen Anfragen in SQL. Die Aufgabenstellungen wurden
didaktisch recht ansprechend angeboten und waren meist in
vertretbarem Aufwand lösbar. Die aufgetretenen Probleme waren größtenteils
technischer Natur und werden wahrscheinlich beim nächsten Einsatz des Kurses
gelöst worden sein, weswegen ich auf weitere Ausführungen dazu verzichte.
- 1601 (Achtung:
veraltete und ziemlich dämliche Bemerkungen eines Zweitsemestlers!)
- die Formalen Grundlagen der Informatik sind, wie der Name schon
sagt, unerträglich formal. Die erste KE ist wirklich erschreckend. Es
empfiehlt sich, diese vorerst wohlwollend zu ignorieren und eher als
Nachschlagewerk zu betrachten. Die eigentliche Thematik des Kurses ist
ziemlich einfach, hauptsächlich geht es darum, logische Formeln so
umzustellen, daß man ein gewünschtes Ergebnis erhält, sowie ein wenig
um Mengenlehre. Das schwierige dabei ist die Formalisierung, die bei
mir einiges an stupiden Übungsversuchen verlangte. Ein Buch zum Thema
empfiehlt sich hier auch, da unterschiedliche Herangehensweisen und
mehr Übungsaufgaben zum Schulen der in der Klausur verlangten
handwerklichen Fähigkeiten unumgänglich sind. Da dieser Kurs nur 4 KE
hat, ist die Thematik recht gut vollständig lernbar. Wer einen Spicker
in die Klausur mitnehmen will (wovon ich aufs schärfste abrate!), kann
sich dort die Methoden zur Überführung in KNF, DNF, VNF und Pränexform
notieren.
- 1613
- die Einführung in die imperative Programmierung ist der
umfangreichste Kurs des 1. Semesters. Die Übungsaufgaben sind mittels
Versuch-und-Irrtum durchaus lösbar. Ich empfehle hierbei, sich
vorkommende Datenstrukturen aufzumalen und die Pfeile dann mit der im
Programm zu verwendenden Beschreibung zu beschriften. Auf diese Weise
sind zumindest bei mir die Programme um Größenordnungen schneller
lauffähig. Bei der Klausur hatte ich den Eindruck, daß das grobe
Hinschreiben der Schleifen und Datenstrukturen schon ein Viertel der
Punkte bringt. Es ist anscheinend also besser, alle Aufgaben so
einigermaßen zu lösen und sich dann an die Ausarbeitung einzelner zu
machen als umgekehrt. Vor der Klausur sollte man mindestens 3 Abende
lang das Schreiben von Programmen auf Papier üben: man hat in der
Klausur keine Zeit, auf einem Schmierblatt vorzuschreiben! Die Klausur
erschien mir sowieso wie ein Schnellschreibtest: wer ein gründlicher
Programmierer ist, hat weniger Chancen sie zu bestehen
als jemand, der aus dem Handgelenk halbwegs funktionierende Programme
schreibt. Für die Klausur muß man sich also Fähigkeiten aneignen, die
im Berufsleben eher schädlich sind. Wer einen Spicker
in die Klausur mitnehmen will (wovon ich aufs schärfste abrate!), kann
sich dort Programmfetzen zur Arbeit in verketteten Listen und in
Bäumen notieren.
- 1618
- die Einführung in die objektorientierte Programmierung ist
deutlich schwieriger als man es von einer Java-Einführung erwartet,
und das aus gutem Grunde: es handelt sich in erster Linie wirklich um
eine Einführung in objektorientierte Programmierkonzepte. Der Kurs
unterscheidet sich deshalb deutlich vom Kurs 1613, bei dem
Sprachelemente einer Programmiersprache im Vordergrund stehen.
Der Kurs umfaßt sieben ausführlich geschriebene Kurseinheiten und
enthält kaum klausur-irrelevante Kapitel (außer die Bezüge auf andere
Sprachen als Java). Da die Sprache Java eher nebenbei abgehandelt wird,
ist es für einen OO-Einsteiger ziemlich schwierig, mit Hilfe des
Kurses auch die für die Klausurzulassung nötigen EA-Punkte zu erhalten.
Ich empfehle deswegen, schon vor Bearbeitung des Kurses ein wenig in Java
zu programmieren und sich ein Buch über Programmierung in Java zu
besorgen. Im Netz gibt es einige sehr gute frei herunterladbare
Bücher, die API-Dok von SUN sollte man auch besitzen.
Der betreuende Lehrstuhl hat sich die schwierige und von mir sehr
gewürdigte Aufgabe gestellt, die Klausuren nicht zu den leider häufigen
Auswendiglern-Übungen verkommen zu lassen. Konsequenterweise darf man
bei der Klausur jedwedes schriftliches Material benutzen, sogar alte
Musterlösungen, Bücher und eigene Notizen. Die Aufgaben sind auch
dementsprechend umfangreich und schwierig. Um die Klausur zu bestehen,
sollte man in der Lage sein, zu jeder Fragestellung sofort das
richtige Stichwort und die richtige Stelle zum Nachschlagen zu finden.
Sehr wichtig ist es, das Prinzip der statischen und dynamischen Bindung
verstanden zu haben, und wie dies bei verschiedenen Modifiern und den
Konstruktoren gehandhabt wird. Beliebte Themen sind auch Kapselung und
Vererbung, dazu kommen einige reine Programmieraufgaben. Die alten
Klausuren sollten eine wertvolle Hilfe zum Lernen sein: irgendwann gehen den
Klausurenerfindern vielleicht mal die Ideen für neue Fragen aus ;-)
Wer einen Spicker
in die Klausur mitnehmen will (was ich -sofern die gleichen
Bedingungen wie bei meiner Klausur herrschen- unbedingt empfehle!), kann
sich dort Programmfetzen zur Arbeit in Listen und Bäumen, mit dem AWT
und zur Socketkommunikation notieren und vielleicht auch noch knappe
Übersichten zu Vererbung und Kapselung (welcher Modifier darf unter
welchen Umständen was?) notieren.
- 1655
- die Theoretische Informatik gilt zu Unrecht als Raußschmeißer. Für
mein Empfinden ist es schwieriger, die Programmierklausuren zu
bestehen (obwohl ich auf meiner Arbeit regelmäßig in verschiedenen
Sprachen programmiere). Allerdings braucht man da etwas Glück bei den
Klausuraufgaben. Der Kurs besteht aus drei groben Themen
(Berechenbarkeit, Komplexität, Grammatiken), wobei das erste am
Umfangreichsten ist. Der Schwierigkeitgrad ist hierbei eher abnehmend, am
»leichtesten« sind die KE 1,6,7; schwieriger sind KE 2,4,5; und bei KE
3 habe ich ganz deutlich gespürt, daß ich mich nicht auf Berechenbarkeit
spezialisieren werde. Zur klausuroptimierten Vorbereitung empfiehlt es
sich, sich auf die Themengebiete vergangener Klausuren zu
konzentrieren. Ich habe dabei die Gebiete, die mir schwer fielen,
völlig ignoriert. Einfachere Gebiete des Kurses sind die Register- oder
Turing-Maschinen (das kommt während der Klausur sicher dran), die
Numerierungsberechenbarkeit (hat man sich einmal mit der
Formalisierung vertraut gemacht, sind es nette Knobelaufgaben) sowie
das Umformen verschiedener Grammatiken. Machbar ist weiterhin die
P-NP-Problematik, sowie kleinere Beweise zu Grammatiken.
Ingo
Wegeners Ideensammlung zur Theoretischen Informatik hat mir bei dem
P-NP-Problem und bei den Pumping-Lemmata sehr geholfen.
Wer einen Spicker in die Klausur mitnehmen will (wovon ich aufs schärfste
abrate!), kann sich dort die Beweisführung zu den Pumping-Lemmata, den
Aufbau und die Herleitung verschiedener Normalformen und die Beispiele
zur Band- und Zeitkonstruierbarkeit notieren.
- 1663/1801
- die beiden 4 KE langen Kurse Algorithmen/Datenstrukturen und Betriebssysteme/Rechnernetze
werden für die mündliche Prüfung in Praktischer Informatik benötigt.
Was mündliche Prüfungen angeht, gilt prinzipiell dasselbe wie bei der
Technischen Informatik (1707/08). Eine mündliche Prüfung über
Algorithmen und Datenstrukturen ist m. E. viel leichter zu bewältigen
als eine Klausur, da mündlich das Verständnis von gelernten Algorithmen und
der Überblick über die Anwendung verschiedener Datenstrukturen
abgefragt wird. Das komplizierte "Finden Sie einen Algorithmus mit der
Komplexität O(blabla)" entfällt. Für diese Prüfung sollte man sich
eine Liste der Datenstrukturen und Such- und sonstigen Algorithmen
machen und sie kreuz und quer erklären können. Das ist nicht weiter
schwer, der Kurstext ist sehr ausführlich. Ich habe mich anfangs von
der ersten Kurseinheit abschrecken lassen, habe dann aber beruhigt
festgestellt, daß die anderen drei KE sehr praxisbezogen sind.
Das Thema Betriebssysteme verlockt durch die Einfachheit der
Darstellung gegenüber Kursen wie der Technischen Informatik zu flüchtigem
Lesen. Dieser Versuchung sollte man nicht nachgeben und man sollte sich
vergewissern, ob man die gestellten Themen wirklich lückenlos
referieren kann. Die Darstellung der Rechnernetze ist viel technischer
als die der Betriebssysteme und für mich auch leichter lernbar gewesen.
Der Kurs 1801 besitzt wenig Umfang, da er sehr ausführlich geschrieben
ist.
Falls jemand seine Notizen mit meiner unordentlichen Faktensammlung
zur Prüfungsvorbereitung abgleichen will, so kann er diese als PDF-Datei oder als TEX-Quelle herunterladen.
- 1671
- der Kurs Datenbanken I ist wahrscheinlich der kürzeste, der einem
in diesem Studium begegnet - er ist gerade einmal drei KE lang. Zudem
ist er noch recht ausführlich geschrieben und klar in einzelne
Teilbereiche abgegrenzt. Das macht der Lernen sehr einfach. Die
Übungsaufgaben waren während meines Kurses (WS00/01) sehr einfach und
deckten bei weitem nicht alle Bereiche des Kurses ab. Zur
Klausurvorbereitung sollte man sich deswegen unbedingt alte Klausuren
besorgen, deren Schwierigkeitsgrad bedeutend über dem der EA liegt.
Wegen seiner Kürze und Praxisbezogenheit (Abfragen in SQL erstellen,
Abbildung von ER-Diagrammen in relationale Schemata) ist der Kurs gut
begreifbar und gibt keinen Anlaß zu Sorgen. Trotzdem sollte man vor
der Klausur mindestens zwei Abende lang alle Abfragebeispiele und
-aufgaben und auch die Erstellung von ER-Diagrammen üben.
Wer einen Spicker in die Klausur mitnehmen will (wovon ich aufs schärfste
abrate!), kann sich dort ein paar Beispiele der komplizierte Abfragen in
SQL, Relationenkalkül und -algebra, sowie einzelne
Transformationsschritte notieren.
- 1678
- Der Kurs »Verteilte Systeme« beruht auf dem Buch "Verteilte
Systeme" von Coulouris, Dollimore und Kindberg. Das ist auch die große
Schwachstelle des Kurses. Die deutsche Ausgabe des Buches wirkt auf mich ungeordnet, unkonzentriert,
ungenau, mitunter geschwätzig, schlampig redigiert,
übersetzungsfehlerbehaftet und manchmal widersprüchlich. Als Lehrbuch ist
es meines Erachtens nur für einen lehrenden Dozenten geeignet, aber nicht
für einen Studenten im Selbststudium.
Wenn jemand eine genauere Begründung
haben will, lege ich gern an einem Tag, an dem mir nach Gruseln zumute ist,
eine konkrete Meckerliste für das Werk an.
Zum Glück gibt es zu dem Kurs auch noch Begleittexte des veranstaltenden
Lehrstuhles, die in ihrer schlichten Genauigkeit mit treffenden, gut
erläuternden Beispielen im Kontrast zum Buch jedes Mal ein
erholsames, freudvolles Lernerlebnis bescherten. Es kann dem Kurs nur gut
tun, wenn sich der Lehrstuhl dazu entschließen könnte, mehr und mehr Teile
selbst herauszugeben, wie es im Kapitel zur Kryptografie schon getan wurde.
Zum Kurs selbst: er behandelt die Verteilten Systeme mit Schwerpunkten
zu den niedrig angesiedelten Kommunikationsprotokollen, Nebenläufigkeit,
Uhrensynchronisation, verteilten Dateisystemen, Transaktionen,
Kryptografie und dem lehrstuhleigenem Thema "Rechnerunterstütztes verteiltes
Arbeiten und Lernen". Die zu lernenden Fakten sind sehr zahl- und umfangreich,
am meisten bereitete mir allerdings das Durcheinander des Buches Probleme.
Ich empfehle, sich schon beim Lesen zu jedem Artikel eine geordnete
Zusammenfassung zu schreiben, da man so die ganzen Dopplungen oder auf
mehreren Seiten versteckten Fakten zu einem kompakten Thema in einer les-
und lernbaren Weise vor sich sieht. Auf jeden Fall sollte man auch die
Einsandeaufgaben lösen, die überhaupt erst das Verstehen mancher
unverständlich geschriebener Passagen ermöglichen. Bei einigen Themen,
wie der Funktionsweise von RPC oder Kerberos, hilft eine Suche mit Googel
weiter. Hat man die ersten Hürden überwunden, stößt man auf einen sehr
interessanten Lehrinhalt, der vieles von dem erläutert, was man im
täglichen Leben mit dem Rechner selbstverständlich anwendet; der Kurs ist
auf jeden Fall von Nutzen.
Falls jemand seine Notizen mit meiner unordentlichen Faktensammlung
zur Prüfungsvorbereitung abgleichen will, so kann er diese als PDF-Datei oder als TEX-Quelle herunterladen.
Anmerkung vom SS06: Inzwischen wird dieser Kurs mit einem anderen Buch als
Grundlage gelehrt.
- 1696
- Im Kurs »Wissensbasierte Systeme«...
- 1697 (Katalog M)
- Die »Künstliche Intelligenz und automatische Wissensverarbeitung«
habe ich belegt, um die Zulassung für das Fachpraktikum KI zu erhalten.
Statt diesem hätte ich auch den Kurs 1698 wählen können, welcher in dem
Semester, in dem ich mich zum Praktikum anmeldete, aber nicht belegbar war.
Ohne diesen Zwang ist nicht sinnvoll, diese beiden Kurse im gleichen Studium
zu belegen.
Als Basistext dient das Buch gleichen Titels vom Lehrstuhlinhaber. Das Buch
selbst ist sehr umfangreich, recht formal und streckenweise knapp
geschrieben. In vielen Kapiteln werden Beispiele wissensverarbeitender Systeme
erläutert, während den Grundlagen mitunter mehr Ausführlichkeit zum
Verständnis helfen würde. Bei den Themen Prolog, Aussagen- und Prädikatenlogik sowie
Grammatiken habe ich auf das Büchlein "Logik für Informatiker" von
Uwe Schöning bzw. auf die letzten beiden KE des Kurses 1655
zurückgegriffen.
Zu dem Buch erhält man noch einen Begleittext, den man
unbedingt konzentriert mehrfach durcharbeiten sollte. Neben einer kurzen
Kapitelzusammenfassung gibt es darin ein Glossar und jede Menge
Übungsaufgaben, die zusätzlich zu den EA gelöst werden sollten. Die
Schwierigkeit der einzelnen Aufgaben und Kurseinheiten ist stark wechselnd,
als Grundregel kann man jedoch bemerken, daß der Arbeitsaufwand etwa
gleich ist: je weniger zu schreiben ist, um so mehr muß man denken und
umgekehrt.
Der Kurs geht sehr in die Breite, viele Themen werden angschnitten, aber nicht
sehr vertieft, was bei allen verwendeten Disziplinen der KI auch kaum
möglich ist: LISP, Prolog, Logik, Grammatiken, Linguistik, semantische
Netze, Problemlösen, Expertensysteme und mehr. Mehrere Themen überschneiden
sich mit anderen Kursen, so daß einzelne Kapitel je nach Fortschritt im
Studienverlauf abgekürzt werden können.
In diesem Kurs dürfte eine Klausur deutlich einfacher zu bestehen sein, als
eine mündliche Prüfung, da in der Klausur viele Grundlagen abgefragt werden,
während lt. Prüfungsprotokollen sehr detaillierte Nachfragen gestellt werden.
Die Themen der vier mir bekannten Klausuren - 3 auf dem Fachschaftsserver und die, die
ich selber schrieb - wiederholen sich, etwa die Hälfte wird jedes Jahr
ähnlich abgefragt. Die Klausuren sind so umfangreich, daß man die
schreibintensiven Aufgaben nicht zuerst auf Schmierpapier lösen sollte, weil
man sonst zuviel Zeit opfert.
Wer einen Spicker in die Klausur mitnehmen will (wovon ich aufs schärfste
abrate!), kann sich dort Beispiele für PK1, die Begriffe der SN und Prolog-
und LISP-Beispiele notieren.
- 1698
- Der Kurs "Grundlagen der Künstlichen Intelligenz" entspricht
zu großen Teilen dem Kurs 1697, weswegen beide Kurse nicht zusammen
in einem Studium als Prüfungsleistung bzw. als Klausurgrundlage verwendet
werden dürfen. Die Schwerpunkte des Kurses 1698 liegen bei einer
philosophischen Betrachtung der KI, bei Neuronalen Netzen, LISP, Logik,
einigen Wissensrepräsentationsmethoden und automatisiertem Schließen bzw.
Problemlösen. Auch an dieser Aufzählung erkennt man wieder, daß der Kurs
sehr umfangreich ist, die Thematiken werden auch stark vertieft. Man beachte
auch den Titel des Kurs: es handelt sich um "Grundlagen" und nicht um eine
"Einführung". Dem folgend wird den grundlegenden Konstruktionsinstrumenten
der Logik (Aussagen- und Prädikatenkalkül), dem inneren Aufbau von LISP, den
Grundlagen der Schließweisen und dem formalen Aufbau von Problemen und
Graphen viel Platz gewidmet.
Viel Gelegenheit zum Zeitsparen hat man deswegen nicht. Am ehesten kann man noch
auf den philosophischen Diskurs der ersten KE verzichten, da ich nicht
gelesen habe, daß dieses Thema jemals in einer Prüfung oder Klausur
durchgenommen wurde. Die zweite KE befaßt sich zur Hälfte mit
Datenstrukturen - der nach Belegempfehlung studierende Bachelorstudent
hat dieses Thema schon am Anfang seines Studiums behandelt.
Dafür ist die andere Hälfte der zweiten KE, die kurze Einführung in
Neuronale Netze, sehr komplex und aufgrund des Formelreichtums
wahrscheinlich nicht auf Anhieb zu durchschauen. Die Neuronalen Netze ich
dann auch mehr mit diesem
und den folgenden Artikeln von den Seiten des Deutschen
Fachinformationszentrum für die Chemie gelernt. Alle weiteren KE kann man
meines Erachtens nicht abkürzen, wenn man die mündliche Prüfung
ablegen will. Schreibt man die Klausur, genügt es sicher, sich anhand der
älteren Klausuren vorzubereiten (auf eigene Gefahr).
Falls jemand seine Notizen mit meiner unordentlichen Faktensammlung
zur Prüfungsvorbereitung abgleichen will, so kann er diese als PDF-Datei oder als TEX-Quelle herunterladen.
- 1707/08
- Ich behandle beide Kurse der Technischen Informatik zusammen, da
für diese eine einzige mündliche Prüfung abgelegt wird. Die ersten fünf
KE von 1707 bauen auf den logischen Formeln des Kurses 1601 auf, welche
dann zur Darstellung von Bauteilen und komplexeren Schaltwerken
benutzt werden. Dieser Kursteil ist relativ einleuchtend, verlangt
aber viel Übung, um sich die Arbeitsweise und die
Kombinationsmöglichkeiten verschiedener Bauteile genau einzuprägen.
Der Schwierigkeitsgrad des Kurses erhöht sich nicht wesentlich, aber
der der EA.
Die restlichen beiden KE der 1707 die 7 KE der 1708 sind ein
umfangreiches Kompendium über die Funktionsweise von Mikroprozessoren
und Rechnerkomponenten (Busse, Schnittstellen). Die Faktenflut kann
einen erschlagen, aber das Thema ist recht interessant und die
Einsendeaufgaben sind weniger vertrackt, sondern eher darauf
ausgelegt, daß man sich genauer mit manchen Details beschäftigt.
Gestört hat mich daran, daß ein paar elektronische Grundkenntnisse
vorausgesetzt werden, die man im Studium nicht lernt. Mir half hier
Nachfragen in der Newsgruppe am ehesten.
Für die mündliche Prüfung empfiehlt sich das Durcharbeiten alter
Prüfungsprotokolle und eventueller Veröffentlichungen des Prüfers
(hier hat er also sein Spezialgebiet). Prof. Schiffmann hat zum
Beispiel ein Übungsbuch zur Technischen Informatik geschrieben,
welches sich für die Thematik des Kurses 1707 hervorragend eignet.
Mich hat er tatsächlich in der mündlichen Prüfung etwas gefragt, was in
einer Aufgabe in diesem Buch, nicht aber in den EA des Kurses vorkam.
Bei mündlichen Prüfungen kann man sich nicht so gut
"aufs-Durchkommen-orientiert" vorbereiten, wie bei Klausuren -- die Prüfer sind
erfahren genug, um Kratzen an der Oberfläche als solches zu erkennen.
Außerdem macht man sich und dem Prüfer keine Freude, wenn man nur
herumstammelt. Für die Prüfung der Technischen Informatik sollte man
sich ein paar Tage Urlaub nehmen, und mindestens alle Themen alter
Prüfungsprotokolle sicher erklären können.
Falls jemand seine Notizen mit meiner unordentlichen Faktensammlung
zur Prüfungsvorbereitung abgleichen will, so kann er diese als PDF-Datei oder als TEX-Quelle herunterladen.
- 1793
- Der Kurs »Software Engineering I« ist einer von jenen, für die der
geneigte Fernstudent viel Schmierpapier, Zeit und Ausdauer im Handgelenk
bereithalten sollte. Neben über 400 Seiten Kurstext gibt es sehr viele
Aufgaben, die nur durch immer wiederholte Übung gelöst werden können. Nach
einer Einführung in UML werden allerlei Diagramme (Anwendungsfall-,
Interaktions-, Zustands-) und Modellierungen (Anwendungsfall-,
Domänenklassen-, Verhaltens-, Klassen-) durchgenommen. Eine Reihe
Entwurfsmuster und der Feinentwurf komplettieren den Kurs. Anhand
der verfügbaren alten Klausuren erhält man einen recht guten Einblick in das
Wissen, das nach Abarbeitung des Kurses ohne Grübeln abgerufen werden können
sollte, denn dazu hat man in der Klausur keine Zeit (ob der Schwerpunkt
des geforderten Wissens in einer mündlichen Prüfung ein anderer ist, kann
ich nicht sagen). Mir bereitete es bei der Bearbeitung der Einsende- und
Übungsaufgaben am meisten Probleme, daß in der Softwarearchitektur recht
viele Heuristiken verwendet werden. Warum eine Lösung als richtig bewertet
wurde, war mir nicht immer ganz einsichtig. Der Kurs »Software Engineering
I« gehört zu den Kursen, über die man sich mit Kommilitonen austauschen
sollte. Am besten, ihr erledigt die EA gemeinsam - das ist erlaubt und
aufgrund der oft nicht eindeutig nur auf eine Weise lösbaren Aufgaben habt
ihr eine gute Möglichkeit, verschiedenen Betrachtungsweisen auf die gleichen
Aufgaben abzuwägen.
Falls jemand seine Notizen mit meiner unordentlichen Faktensammlung
zur Prüfungsvorbereitung abgleichen will, so kann er diese als PDF-Datei oder als TEX-Quelle herunterladen.
- 1802 (Katalog M)
- Der Kurs "Betriebssysteme" besteht aus sieben Kurseinheiten. Er ist
relativ faktenreich, aber sehr gut strukturiert. Vor und nach
Bearbeiten dieses Kurses sollte man die ersten beiden Kapitel des
Kurses 1801 lesen. Die Qualität dieser Zusammenfassung und die
gut gewählten Zwischenfragen des Kurses 1801 wurden mir erst
vollständig bewußt, nachdem ich den 1802 durchgearbeitet hatte. Eine
bessere einführende Zusammenfassung des Themas "Betriebssysteme"
kann ich mir kaum vorstellen.
Der Kurs 1802 enthält kaum Grafiken, die das schnelle Verstehen
mitunter sehr erleichtern. Deswegen sollte man sich selbst ein paar
Merkzettel mit dem hierarchischen Aufbau der Festplattenlesestrategien
(KE 2), der Scheduling-Strategien (KE 3) und der Hauptspeicherverwaltung
(KE 4) anfertigen, praktischerweise sind die Kapitel so aufgeteilt, daß
man für die anfängliche Struktur nur das Inhaltsverzeichnis abschreiben
muß. Auch die Interruptbearbeitung und das
Zusammenarbeiten der verschiedenen Schichten zur Gerätesteuerung (Kap. 1.3.3, 1.4.2,
Kurs 1801) wurde mir erst mit Hilfe einer selbstgefertigten Grafik erst richtig
verständlich.
Zur Bearbeitung empfehle ich das Standardwerk Moderne
Betriebssysteme (gebraucht gibt es das bei anderen Anbietern sehr
günstig) von A. S. Tanenbaum, welches auch Pate für einige
Kapitel des Kurses war. Es ist leider etwas lapidar geschrieben und
die Übersetzung ist mitunter nicht perfekt, ansonsten ist das Buch aber sehr
hilfreich. Weiterführend bietet Understanding the Linux
Kernel von Daniel P. Bovet und Marco Cesati einen Einblick darin,
wie die gelernten theoritischen Konzepte in der Praxis umgesetzt werden.
Falls jemand seine Notizen mit meiner unordentlichen und leider
unvollständigen (es fehlen die KE 6 und 7) Faktensammlung
zur Prüfungsvorbereitung abgleichen will, so kann er diese als PDF-Datei oder als TEX-Quelle herunterladen.
- 1895/1896
- Das »Management in der IT« besteht aus zwei umfangreichen
Kursen. Der eine - "Management von Softwareprojekten" - ist sehr
faktenreich und ohne stupides Auswendiglernen nicht bearbeitbar.
Eine der sieben Kurseinheiten überschneidet sich mit dem bereits
absolvierten AO-Psychologie-Wissen und widerspricht dem in manchen
Punkten. So wird die Technik des Brainstorming im Kurs 1895
positiver als in der AO bewertet. Zur Vermeidung von Verwirrungen
empfehle ich, sich das AO-Wissen vor der Bearbeitung dieser KE aus dem
Kopf zu schlagen (Hilfe
hierzu). Auch sind einige der vorgestellten Techniken, wie zum
Beispiel das Rapid Prototyping, im produktiven Einsatz eher umstritten.
Der Kurs ist trotz seines Umfanges durchaus zu bewältigen, da er
thematisch deutlich strukturiert und in gutem
Deutsch geschrieben ist (eine Reihe Komma-Fehler außer Betracht
gelassen) und sich die Anzahl der Buzzwords im
erträglichen Rahmen hält (11 von 25). Ich habe den Kurs in zwei Wochen Echtzeit
bearbeitet und zur Klausur akzeptabel abgeschnitten. Zu diesem Kurs
sollte man unbedingt die Einsendeaufgaben lösen und vor der Klausur
verinnerlichen: die Klausur orientierte sich so stark an den
Einsendeaufgaben, daß das Wissen aus diesen für -so schätze ich- 70%
der Punkte des Klausurteils genügt. An diesem Punkt kann der Fernstudent in
Zeitnot ansetzen, indem er nur die EA lernt, dann läßt sich die
benötigte Zeit auf einige Tage drücken. Wenn der Lehrstuhl diese
Zeilen hier liest, wird sich das aber ändern ;-)
Ich empfehle bei Prüfungsklausuren, deren Bewertung in die Endnote
einfließt, aber ohnehin kein zu knappes Lernen.
Der Kurs »IV-Strategie« war einer der schwierigsten,
die ich bisher bearbeitet
habe. Er wird im Sommersemester 2003 überarbeitet (ich tippe auf
schwache Klausur-Ergebnisse, wozu ich auch tatkräftig beigetragen
habe. Die Korrektorin meiner Klausur tut mir jetzt noch leid.),
weswegen ich mir weitergehende Kommentare spare.
Nachteil der Klausur ist m. E., daß fast kein Transferwissen verlangt
wird, sondern nur Auswendiggelerntes abgefragt wird. Auf die Spitze
getrieben wurde das mit Aufgaben, bei denen halbfertige Diagramme
unbekannten Inhaltes ergänzt werden sollten. Ich habe mir sagen
lassen, daß das bei grundlegenden BWL-Prüfungen üblich ist - für mich
als Informatik-Student kam das aber doch sehr überraschend.
- 1914
- Für ein Seminar muß eine schriftliche Ausarbeitung verfaßt und ein
Vortrag gehalten werden. Hauptaugenmerk liegt dabei auf dem
wissenschaftlichen Arbeiten. Diesen Allgemeinen
Hinweisen für Teilnehmer an Seminaren, die von der Uni Siegen
bereitgestellt werden, kann ich nichts mehr hinzufügen.
- 4901 (Dieser Kurs ist nicht mehr Bestandteil
des Studiengangs Bachelor/Informatik)
- der Kurs "Technisches Englisch" ist ein wenig eine Mogelpackung: es
wird zwar einiges an englisches Fachbegriffen vorrangig aus der
Elektrotechnik und Informationstechnik gelehrt, zum Bestehen der
Klausur sind die nun erworbenen Kenntnisse der englischen Sprache
kaum nötig. Die Durcharbeitung des
Kurses empfehle ich trotzdem, da man dadurch einige »Kniffe« lernt, die
beim Schreiben längerer Texte nützlich sind und vor allem durch die
Übungsaufgaben und die Probeklausur erfährt, worauf es bei der Klausur
wirklich ankommt: das Verstehen von kurzen Fachtexten und das schnelle
Wiedergeben eigener Argumente zur Thematik. Auch sind einige der
angesprochenen Themen interessant und dem Autor ist es gelungen, die
Grammatik-Einlagen unterhaltsam zu gestalten. Das Niveau der vier
Kurseinheiten scheint nicht sehr hoch, wenn man schon etwas Englisch
kann (im Abi hatte ich seinerzeit eine 3), doch sollte man sich
nicht verleiten lassen, die Übungsaufgaben
zu übergehen. Als ideale Klausurvorbereitung empfehle ich, rechtzeitig
die EA und die Probeklausur einzusenden, regelmäßig
englischsprachige Zeitungen im Web zu lesen und - falls man viel mit
Computern zu tun hat - die englischsprachigen Dokumentationen der
Programme zu benutzen. So lernt man recht schnell gängige Satzmuster
kennen.
Wer einen Spicker in die Klausur mitnehmen will (wovon ich aufs
schärfste abrate!), kann sich dort die Wortlisten aus dem Beiheft zu
Satzanfängen und die Überleitungen (Connectoren) notieren.
- 4751/4752/4756/4763/4765/4767 (Diese Kurse sind nicht mehr Bestandteil
des Studiengangs Bachelor/Informatik)
-
Liebe Arbeits- und Organisationspsychologen, betrachtet folgenden
Abschnitt bitte als Anregung und laßt Euch nicht von einer eventuell
durchsickernden Polemik beleidigen. Mir sind die Probleme, die es
bereitet, ein so umfangreiches Thema auf eine kurze Klausur abzubilden,
bewußt. Um dem Anspruch einer Abschlußarbeit gerecht zu werden, sollte
man die Zeit der Klausur verlängern und vielleicht noch ein paar
Ankreuztests für die spezielleren Gebiete beifügen (aber da hat sicher
die BPO etwas dagegen...)
Die Arbeits- und Organisationspsychologie (AO) ist eines der vier
fachfremden integrierten Nebenfächer. Das bereitgestellte Material ist
für diese Kurse sehr umfangreich, insgesamt soll man etwa 1300 Seiten
bearbeiten, um sich damit auf eine zweistündige Klausur vorzubereiten.
Diese Zahlen deuten auch das Dilemma der AO im Bachelorstudiengang an:
es sind zuviele Fakten, die in einer zu kurzen Klausur abgefragt
werden müssen. Der Fachbereich hat dieses Dilemma so gelöst, daß
zumindest in den Klausuren der Jahre 2000-2002 nur wenige Themen, die
sich auch wiederholten, behandelt wurden. Wenn sich diese
Herangehensweise nicht ändert, läßt sich AO für den Fernstudenten
deutlich straffen. 2 Monate Bearbeitungszeit sollten für eine
gute Note ausreichen.
Eigentlich soll man als Teilzeitstudent die AO in zwei Semestern
umfangreich durcharbeiten, im Nachhinein habe ich feststellen müssen,
daß das verschwendete Zeit war. Einige der Kurse waren für das Bestehen
der Klausur so gut wie überflüssig, ich habe die wichtigen Daten
in Zusammenfassungen bereitgestellt: 4763 (Softwareergonomie und
Neue Techniken), 4765 (Belastung und
Beanspruchung), 4767 (Konfliktgenese
und Konfliktbewältigung in Organisationen), 4752
(Arbeitsmotivation, Leistung und Zufriedenheit).
Der Hauptkurs 4751 (Einführung in die Arbeits- und
Organisationspsychologie) ist gut geschrieben (was leider nicht bei
allen Kursen, die ich an der Fernuni bearbeitet habe, der Fall ist)
und sollte einigermaßen gründlich
durchgearbeitet werden, wobei man auch da die Kapitel überspringen
kann, die als einzigen Inhalt "AO ist eine Wissenschaft, jawoll!"
enthalten.
Der Kurs 4756 (Arbeitsgruppe und Führung) ist der einzige, dessen
vollständiges Verstehen mir als sinnvoll erscheint. Deswegen sollte
man auch die EA dieser beiden Kurse einsenden. Als beste Vorbereitung
für die Klausur hat sich für mich erwiesen, die Hausarbeiten und
Klausurbeispiele, die einige nette Studenten auf Ihren Fernuni-Seiten
bereitstellen, durchzuarbeiten. Wie auch in den anderen Fächern darf
man aber die Klausur keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen! Ich habe
zu den Fragestellungen vergangener Jahre Texte unter Klausurbedingungen
geschrieben, bis ich keinen der Fakten mehr vergessen habe. Ohne diese
Übung wird man wahrscheinlich in der Klausur Zeitprobleme bekommen,
da die Zeit kaum zum Ausarbeiten der Klausur reicht. Man sollte in
einer Viertelstunde die Struktur erarbeiten und dann gleich ins Reine
schreiben.
Wenn man sich einmal in die psychologische Lehrweise eingearbeitet
hat, ist der Kurs recht einfach. Ich, als Laie, habe den Eindruck,
daß die AO in erster Linie aus selbstbezüglicher Quellenbearbeitung
besteht. Jemand behauptet irgendetwas, meist durch empirische Studien
unterstützt; und andere Leute meckern entweder die Ergebnisse oder die
Durchführungsweise der Studie an und entwerfen ein neues Modell, daß
möglichst mehrere andere Modelle teilweise verwurstet. Einfache
Modelle werden aufgrund ihrer Einfachheit abgelehnt, komplizierte
Erklärungsversuche scheitern an ihrer Komplexität und der
Nichterfaßbarkeit psychologischer Aspekte.
Wer einen Spicker in die Klausur mitnehmen will (wovon ich aufs
schärfste abrate!), kann sich dort die Stufen-, Pyramiden- und
Ketten- und Sonstwas-Modelle notieren, die in den gefundenen
Hausarbeiten und Klausurbeispielen auch genannt werden.
- 5009
- Die Einführung in das Bürgerliche Recht ist ein weiterer
fachfremder Kurs, er umfaßt 6 Kurseinheiten sowie Einsendeaufgaben, von
denen 3 bestanden werden müssen, um an der Klausur teilnehmen zu können.
Recht unterscheidet sich dadurch grundlegend von anderen Kursen, daß man
dabei sehr exakt mit dem Laien mitunter nicht ganz klar wirkenden
Daten arbeiten muß. Bei Recht hat man keine Chance mit groben
Überblickswissen, welches einen in anderen Kursen
den einen oder anderen Schein beschert
hat. Wichtig ist auch der Weg zum Ziel, die eigentliche Antwort ist
(nicht immer) der ausschlaggebende Punkt zum Bestehen oder durchfallen.
Ich mußte den Kurs einige Male bearbeiten und durch nicht
bestandene Einsendeaufgaben und Klausuren die Bearbeitungsweise von
Fällen lernen: zuerst sucht man die richtige Anspruchsgrundlage, dann
muß man die wichtigen "Nebenbedingungen" kennen, die zu der
Anspruchsgrundlage gehören und diese dann nacheinander prüfen. Sehr
wichtig ist das Einhalten des sogenannten Gutachten-Stils. Es war für
mich erfolgversprechender, jedes Logikempfinden zu ignorieren und mich
streng an den obigen Algorithmus zu halten.
Die Recht-Sprache hört sich zwar an wie Deutsch, viele Worte haben
aber eine eigene Bedeutung. Füllworte gibt es kaum, Raum für
Interpretationen auch nicht, auch wenn es einem oft so vor kommt.
Wenn man soweit ist, daß man verschiedene Fälle in Folge
musterlösungsähnlich lösen kann, dann hat man die Sprache verstanden.
Die Punktevergabe durch die Korrekturen war mir nicht immer einsichtig.
- Bachelorarbeit
- Für den Studenten, der bis hierher durchgehalten hat, stellt sich die
Frage nach der Abschlußarbeit. Diese muß nicht als letztes durchgeführt
werden, es gibt für den Studiengang Bachelor/Informatik keine Vorbedingungen
für den Beginn der Arbeit. Daß man ausreichend Kenntnisse für das angestrebte
Thema und im Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit erlangt haben sollte,
versteht sich von selbst. Ich empfehle deswegen, die Abschlußarbeit erst
nach dem Seminar und nachdem einige Kurse beim anvisierten Lehrstuhl
bearbeitet wurden, zu beginnen.
Zur Themenwahl schrieb Iris Meinl, erfolgreiche Fernstudentin und im SS06
Betreuerin der Newsgruppe feu.junior-senior.informatik:
Generell ist es am leichtesten, wenn man seine Abschlussarbeit in einem
Lehrgebiet schreibt, bei dem man bereits an einem Seminar oder einem
Praktikum teilgenommen hat. Denn dann hat man den grossen Vorteil, dass
man schon einen oder mehrere Ansprechpartner hat. Zwingend erforderlich
ist das natürlich nicht.
Hier findest Du eine Übersicht aller Lehrgebiete:
http://www.informatik.fernuni-hagen.de/einrichtungen/lehrgebiete/uebersicht.html
Der "Standardweg" ist nun die HPs der Lehrgebiete näher anzugucken und zu
schauen zu welchem Lehrgebiet Dein Thema am Besten passen würde. Falls
mehrere Lehrgebiete in Frage kommen sollten, dann erinnere Dich an Deine
eigenen Erfahrungen mit den betreffenden Lehrgebieten: z.B. wie wurden die
Kurse betreut? Hast Du Dich auf Studientagen des Lehrgebiets wohlgefühlt?
Gab es evtl. einen Kursbetreuer des Lehrgebiets mit dem Du besonders gut
klargekommen bist? So kannst Du das Lehrgebiet auswählen, das am Besten zu
Dir und Deinem Thema passt.
Nachdem Du weisst in welchem Lehrgebiet Du gerne Deine Arbeit schreiben
möchtest, nimmst Du per Mail oder Telefon Kontakt auf und fragst nach wer
Zeit hätte Deine Abschlussarbeit zu betreuen (dabei kannst Du natürlich
auch den Wunsch nach einem speziellen Mitarbeiter als Betreuer äussern).
Ein guter Betreuer wird sich dann am Telefon mit Dir über Deinen
Themenvorschlag unterhalten und Dir sagen ob das Thema so ok ist oder ob
Du evtl. noch andere Aspekte mit in Deine Arbeit einbeziehen musst.
So ähnlich lief es bei mir auch ab.
Die Arbeit sollte man m. E. erst dann beantragen, wenn man sich sicher ist,
daß das Thema auf 3 Monate und (höchstens) 70 Seiten abbildbar ist. Die
Struktur und einen groben Inhalt der Kapitel kann und sollte
man in einem Vorgespräch vorschlagen oder erarbeiten. Stellt auch sicher,
daß ihr genug Literatur habt, um Euer Thema inhaltlich abzudecken.
Von den technischen Bedingungen her ist es von Vorteil, wenn ihr wißt, wie
man eine längere Arbeit mit Softwareunterstützung schreibt. Ich hatte LaTeX und
und die in den verbreiteten Linux-Distributionen standardmäßig vorhandene
Oberfläche Kile verwendet, zum
Zeichnen kleiner Grafiken Dia und zum Überprüfen der
Rechtschreibung einen Papierduden. Ein sehr wichtiges Hilfsmittel war
ein Synonymwörterbuch. Mit anderer Software kann man das sicher ebenso gut
erledigen, die hätte bei mir aber nur zusätzliche Einarbeitungszeit verlangt.
Schickt Eurem Betreuer regelmäßig beendete Kapitel oder Vorabversionen Eurer
Arbeit und scheut Euch nicht vor dummen Fragen - der Lehrstuhl hat auch
Interesse daran, daß ihr Eure Arbeit erfolgreich beendet.
Viel Erfolg!