Juelsminde - Årosund
Eigentlich wollten wir früh los, um die durch das Gewitter vom Vortag verlorenen Meilen wieder gut zu machen. Doch als wir beim Aufstehen merkten, dass wir nicht mal bis zum Ende des Steges gucken konnten, war klar, dass sich unsere Abfahrt wohl ein wenig verschieben würde.
Wir nutzten die Zeit für diverse Einkäufe (wir brauchten neues Motoröl und die von uns allen so geschätzte heiße Brühe war auch zur Neige gegangen). So gegen Mittag starteten wir dann einen Versuch auszulaufen, kehrten aber sofort wieder um, als wir nach 200 Metern bereits die Hafenmauer hinter uns nicht mehr erkennen konnten und vor uns nur undurchdringliches Grau lag.
Peer besorgte mir freundlicherweise noch ein Wärmepflaster gegen meine Schulterverspannungen aus der Apotheke. Tolles Teil. Die Verspannung war instantan nicht mehr zu spüren, vielleicht lag das auch nur daran, dass das Brennen auf der Haut einfach jeden anderen Schmerz überlagerte.
So gegen 14 Uhr schafften wir es dann endlich, auszulaufen. Das Wetter besserte sich zusehends und wurde richtig freundlich. Irgendwann im Laufe des Nachmittags überflog uns ein militärischer Tiefflieger (unsere Experten waren sich nicht einig, ob das jetzt eine F16 oder ein Tornado war), der durch wechselseitiges Absenken der Tragflächen grüßte. Marco war restlos begeistert und konnte noch Stunden später mit verträumt seitlich ausgebreiteten Armen beobachtet werden. Nach einiger Zeit fuhren wir dann in den kleinen Belt ein und es gab rechts und links was zu gucken.
Einmal pirschten wir uns bis auf wenige Meter an einen Angler heran, der in seinem Schlauchboot herumdümpelte. Eigentlich wollten wir ihm ein Bier ausgeben, aber er hatte selber welches dabei und prostete uns fröhlich zu. Sämtliche eigenen Angelversuche blieben natürlich weiterhin erfolglos, obwohl wir uns in Juelsminde neuen Köder besorgt hatten und außerdem geschickt an einer Abbruchkante entlang navigierten, weil Fischschwärme sich ja bekanntermaßen da besonders gerne aufhalten.
Am frühen Abend habe ich mich irgendwann von Deck verabschiedet und nach unten gesetzt. Eigentlich wollte ich mich nur kurz aufwärmen, aber sobald ich unter Deck war, bekam ich Schüttelfrost und mochte mich gar nicht wieder bewegen.
Dadurch habe ich die folgende spannende Nachtanfahrt auf den Hafen von Årosund größtenteils verpasst. Irgendwann wurde noch mal spontan der Kurs geändert, weil in der Ferne ein kleines Motorboot wohl undefinierbare Leuchtzeichen gegeben hatte. Wahrscheinlich hat einfach ein Fischer seine Netze oder Reusen gesucht, aber es hätte auch ein Notsignal sein können, deshalb wollten wir zumindest mal nachschauen. Das Boot zog aber, bevor wir es erreichen konnten, in die Dunkelheit davon.
So gegen 23 Uhr machten wir in Årosund fest. Inzwischen ging es mir richtig schlecht und das besserte sich erst, nachdem Christian mir dieses Thermopflaster wieder vom Rücken gezogen hat. *fräpp* Fieses Gefühl! Ich glaube, mein Körper war so sehr mit Durchblutung meines Schultergürtels beschäftigt, dass er sämtliche anderen Körperteile darüber hinaus vergessen hat. Ergebnis der ganzen Aktion war, dass die Verspannung noch unvermindert da war, aber wenigstens ging das fiebrige Gefühl wieder weg, sobald das Plaster ab war.
Am späten Abend haben wir uns dann noch lustige Rätsel gestellt. Dabei verlor Volker ein Abendessen an Christian, weil er ihm seine Lösung nicht glauben wollte (ich wollte das auch nicht, war aber nicht so dumm, zu wetten, ich kenn Christian schon eine Weile).