Årosund – Ærøskøbing
Årosund hat tolle Duschen im Fischereihafen. Die kosten nix und sind wunderbar temperiert. Nachdem wir das also alle weidlich ausgenutzt hatten, stachen wir wieder in See. Zum ersten Mal auf unserer Tour mussten wir gegen den Wind ankreuzen. Macht Spaß, ist aber ja schon irgendwie ein mühsames Geschäft.
Ich habe es an dem Tag zum ersten Mal gewagt, mich während der Fahrt unter Deck schlafen zu legen. Das ging erstaunlich gut, wenn man davon absieht, dass ich in der Vorschiffkabine natürlich die Wendekommandos nicht mitbekam und dann immer etwas plötzlich von der einen Kabinenwand an die andere kugelte. Aber das Geschaukel habe ich eigentlich als sehr gemütlich und einschläfernd empfunden.
Danach habe ich mir um Seekrankheit auch keine Sorgen mehr gemacht, es war so ein bisschen, als hätte mein Körper da endgültig auf Seebetrieb umgestellt (von dem Tag an war ich nämlich beim Verlassen des Schiffes regelmäßig landkrank, vor allem in engen Räumen und direkt nach dem Aufstehen).
Um noch zu einer menschlichen Zeit in Ærøskøbing einzutreffen, mussten wir allerdings irgendwann auf weitere Kreuzerei verzichten und mal wieder die Aralfock anwerfen. Gekocht hat wieder unser Skippje (Olé olé Superskippje). Es gab Schnitzelpfanne in delikater Rotwein-Sahnesoße mit Reis. Inspiriert wurde dieses Rezept durch am Vortag abgehörte Funkgespräche zwischen der Aurelia und der Ti Amo, die nichts besseres zu tun hatten, als ihre Einkaufslisten über Kanal 16 auszumachen (ok, fairerweise sollte man erwähnen, dass sie den Kanal nach einer Weile gewechselt haben, aber sie brauchten für ihre Abendessensplanung mindestens 4 Anrufe. Kondome hatten sie aber noch).
Wir hatten zuerst gehofft, im alten Stadthafen von Ærøskøbing anlegen zu können, aber so einen richtig schönen Platz haben wir da nicht gefunden, so dass wir nach einer kurzen Hafenrundfahrt dann doch auf den neuen Yachthafen ausgewichen sind. Dort ist alles supermodern und sehr touristisch. Für Landstrom, Duschen und andere Service-Leistungen braucht man eine Tally-Card. Die brachte uns der telefonisch herbeigerufene, sturztrunkene Hafenmeister vorbei (ja, natürlich ist der mit dem Auto gekommen). Das System ist relativ kompliziert. Man steckt die Tally-Card irgendwo rein, z.B. in den Stromzähler für den Landstrom, dann werden erst mal 20 Kronen von der Karte auf den Stromzähler übertragen, dann muss man die Karte wieder rausnehmen. Wenn man jetzt nicht alle 20 Kronen verbraucht und den Rest wiederhaben will, steckt man die Karte wieder ein und es werden weitere 20 Kronen übertragen (spätestens hier wird bei der Mehrheit der Benutzer die große Panik ausbrechen...oh mein Gott, der zählt immer mehr Geld runter). Dann heißt es Geduld haben. Nach 15 bis 20 Sekunden wird der Prozess umgekehrt und das Geld fließt vom Zähler wieder auf die Karte zurück. Wir haben uns in schönsten Farben ausgemalt, wie viel Verwirrung das in der Hochsaison wohl so stiften wird.
Außerdem gibt es am Yachthafen von Ærøskøbing einen sehr schönen Kinderspielplatz, den wir natürlich auch gleich ausgiebig beklettert, bewippt und beschaukelt haben. Der Minigolfplatz war leider geschlossen.
Eigentlich hatten wir überlegt, abends noch in eine Kneipe zu gehen. Das fiel allerdings mangels Kneipe aus. Statt dessen haben wir einen sehr schönen Spaziergang durch das abendliche Ærøskøbing unternommen. Das Städtchen ist wirklich sehr niedlich, was sich auch an unseren begeisterten „oh guck mal“, „wie süß“, „ist das nicht putzig“ Kommentaren ersehen ließ.

