Spodsbjerg - Omø
Delta Papa 07 kündigte für den Abend 6-7 Windstärken an, weshalb wir vorsichtshalber nur einen kurzen Schlag für den Tag planten. Die kleine Insel Omø im großen Belt war unser Ziel. Außerdem tauschten wir vorsichtshalber unsere Alien-Genua gegen die kleinere Arbeitsfock.
Bei zunächst ganz hervorragendem Segelwetter und guter Laune ging es los. Von Sturm keine Spur, relativ bald tauschten wir die Focksegel wieder um. Wir nutzten den guten Wind, um gleich mal ein Mann-über-Bord-Mannöver zu üben. Eigentlich war es ein Apfelsaftschorle-über-Bord-Mannöver. Die Bergung gelang uns im dritten Anlauf, ca. 6 Minuten nach dem über Bord gehen der Flasche. Einen Menschen oder einen griffigen größeren Gegenstand hätten wir auch schon nach der ersten Wende wieder an Bord nehmen können. Alles in allem waren wir mit dem Ergebnis ganz zufrieden und voller Vertrauen darauf, im Notfall ein Crewmitglied schnell genug wieder aus dem Wasser zu kriegen.
Ich hatte in der Zwischenzeit gelernt, dass ich nicht seekrank werde, solange ich am Steuer stehe und war von da an nur noch sehr ungern bereit, diesen Platz wieder zu verlassen.
Leider wurde das Wetter im Laufe des Tages immer noch ruhiger. Keine Spur vom angekündigten Sturm. Im Gegenteil, der Wind schlief völlig ein, so dass wir Omø nur mit Hilfe unseres Dieselmotors (liebvoll Möppel genannt) erreichen konnten.
Zum Essen gab es HotDogs. Das Wetter war so sonnig, dass wir problemlos unseren Decktisch aufbauen und an Deck essen konnten. Unser Skipper erwies sich als sehr begabter Schiffskoch und zauberte noch einen hervorragenden Salat dazu. Von da ab hieß er nur noch unser „Skippje“.
Der Hafen von Omø ist so, wie die ganze Insel: winzig. Omø sieht ein bisschen aus, wie ein kleines Freilichtmuseum oder wie Legoland. Es gibt einen kleinen Leuchtturm und das beschauliche Dörfchen Omø By. In der Mitte der Insel liegt ein von Fröschen überbevölkerter kleiner See. Außerdem gibt es eine riesige Brutkolonie Schwäne. Und damit enden die touristischen Highlights der Insel. Ein wirklich niedliches Eiland, das einen Besuch auf jeden Fall lohnt.
Bei unserem Spaziergang zum Leuchtturm am Strand entlang stießen wir auf einen Einheimischen, der sein rotes Auto im letzten Abendsonnenschein am Strand polierte. Warum er das tat und warum er es vor allem gerade dort tat, blieb uns allerdings verborgen.
Da wir ja mittags schon die hervorragenden HotDogs gegessen hatte, beschränkte sich unser Abendessen auf eine Gulaschsuppe aus der Dose.
Später bekamen wir noch Besuch von drei Besatzungsmitgliedern der „Marie“, einer ebenfalls in Heiligenhafen beheimateten Charteryacht, die eine Weile nach uns im Hafen von Omø gelandet war. Alle Versuche von Volker, die Crew der „Marie“ zu einer Regatta zu überreden, schlugen fehl, obwohl sie am nächsten Tag die gleiche Richtung einschlagen wollten wie wir: nach Norden, unter der großen Beltbrücke hindurch. Vielleicht lag das daran, dass Volker sie mit abenteuerlichen Erzählungen über „unseren“ Törn nach Malmö verschreckt hatte, ohne dabei zu erwähnen, dass die Besatzung inzwischen komplett gewechselt hatte und jetzt aus Newbies und sehr entspannten Freizeitseglern bestand.