Ærøskøbing – Heiligenhafen
Marco, unser Drogenfahnder, erbot sich freiwillig, Brötchen holen zu gehen. Begeistert von der Schönheit des kleinen Städtchens kehrte er zunächst gar nicht mehr wieder zurück.
Das Tallykartensystem lud dazu ein, die Dusche auszutricksen und mit möglichst geringem Geldeinsatz möglichst lange Duschzeiten zu erlangen (das Wasser lief beim Zurückbuchen des Geldes nämlich noch weiter). Unter 4 Kronen ist aber keiner geblieben und ich hatte bei ganz normalem Gebrauch der Karte für 4 Kronen eigentlich auch mehr Warmwasser als ich verbrauchen konnte. Wenn ich nicht so getrödelt hätte, wäre ich vielleicht auch mit 2 Kronen hingekommen. Die Männer waren deshalb fest überzeugt, dass die Damenduschen anders getaktet seien als ihre. Ich glaub da nicht recht dran.
Aus Ærøskøbing Richtung Süden wegzukommen, ist gar nicht so einfach. Der Weg führt durch ein flaches, verzweigtes Fahrwasserlabyrinth. Es war also eifriges Tonnensuchen angesagt. Außerdem verzichteten wir bei der Kurverei auf das Großsegel und setzten nur unsere Genua. Trotzdem erreichten wir Geschwindigkeiten von 7 Knoten, was uns sehr beeindruckte und unseren Skipper wenigstens ein bisschen mit dem kleinen grünen Männchen auf unserem Segel aussöhnte.
Irgendwo im Fahrwasser kam uns ein niederländischer Dreimaster entgegen, was Volker veranlasste, in aller Eile unsere Piratenflagge zu hissen. Christian freute sich diebisch, weil Volker hierzu fast so lange brauchte wie er vormals für die dänische Gastflagge. Der Dreimaster blieb allerdings wohl recht unbeeindruckt, vielleicht hat er unsere Bemühungen nicht mal wahrgenommen
Wieder einmal verließ uns der Wind im Laufe des Nachmittags. Langeland trägt seinen Namen übrigens zu recht, es dauerte geradezu ewig, bis wir den letzten Zipfel endlich an Backbord liegen gelassen hatten. Irgendwann wurde auch diesmal wieder der Möppel angeworfen. Trotzdem zog sich die Strecke nach Heiligenhafen sehr lang.
Wieder im Heimathafen angekommen machte sich so langsam Urlaubsendstimmung breit. Wir zogen gemeinsam los, um zum krönenden Abschluss in einem Restaurant zu Abend zu essen. Gelandet sind wir im „Ostseeblick“, wo wir uns dann begeistert über einen griechischen Grillteller für 7 Personen und trübes Kellerbier aus großen Glaskannen hermachten.
Danach wollten Volker, Peer und ich noch in irgendeine Daddelhalle, um den Abend mit sinnlosen Ballerspielchen ausklingen zu lassen. Allerdings erwies sich Heiligenhafen da als sehr unergiebig. Die einzige Spielhalle, die wir gefunden haben, hatte außer Geldspielautomaten nur drei Billardtische aufzuweisen. Wir spielten also ein paar Runden Pool. Dabei wurden wir von kleinen, etwas drallen Blondine, die wirklich schon ziemlich betrunken war, belagert. Da sie ihre Aufmerksamkeit zunächst Volker zuzuwenden drohte, gab der mich aus purer Selbstverteidigung als seine Freundin aus und versuchte sie statt dessen, für Peer zu begeistern. Der wiederum fühlte sich etwas in die Ecke gedrängt.
Nachdem sie mir noch gesagt hatte, dass die Jungs sie bei Interesse später in der Domino Bar finden würden (warum zum Teufel sagt die das eigentlich mir?), verschwand sie aber auch bald wieder.
Auf dem Weg zurück zum Hafen bekamen wir noch einen kurzen Einblick in die Heiligenhafener Jugendkultur. Ein Grüppchen Jugendlicher stand auf dem Marktplatz in eifriges Gespräch vertieft: „Ey!“ „Ey“ „Ey...“ „Ey!“ So sind sie halt, die Nordlichter ... bisschen einsilbig.
Zurück auf der Arnd versuchte Volker dann noch jemanden aufzutreiben, der mit ihm in die Domino Bar gehen wollte, was jedoch nicht von Erfolg gekrönt war.